Holzfällerdorf Somamura

Dieses Thema im Forum "Reich des Wasserfalls" wurde erstellt von Kinzoku Kenta, 30. Sep. 2018.

  1. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    Gääähn. Es gibt wirklich viele langweilige Käffer zwischen Sora und Shiro, aber diese kleine Ansiedlung von vielleicht noch fünfhundert Seelen im Reich der Wasserfälle ist ein trauriges Beispiel dieser Gattung. Somamura liegt mitten in einem tiefen Wald, an der die Kreuzung des schmalen Waldwegs mit einem mittelgroßen Fluss in alter Zeit einen guten Ort für ein Holzfällerlager vermuten ließ - und dieses Lager hat sich über die Jahre, als die Holzfäller mehr und mehr vom umliegenden Wald abholzten und Platz für Wohnhäuser schufen, zu einer kleinen Ansiedlung entwickelt. Immer noch liegt die Gemeinde weit ab von dem, was man gemeinhin als "Zivilisation" bezeichnen würde, hatte sich über die letzten Jahrzehnte aber relativ positiv entwickelt - es gab verhältnismäßig viel Verkehr von Durchreisenden, die bei den ortsansässigen Handwerkern auch einiges Geld ließen, aber nach und nach sind die jungen Menschen in größere Städte abgewandert, wo große Sägewerke und Manufakturen weit effizienter arbeiten können. So sind inzwischen viele der hölzernen Häuser im Ort verlassen und verrotten langsam vor sich hin, weil sich auch niemand die Mühe macht sie ordentlich abzureißen.

    Für Außenstehende ist der Ort heutzutage recht uninteressant - es gibt noch einen kleinen Gemischtwarenladen, in dem man sich mit neuen Vorräten eindecken kann, und eine einfache aber saubere Herberge, die ansonsten vor allem von Handelskarawanen genutzt wird - ansonsten hat Somamura erschreckend wenig von touristischem Interesse zu bieten. Die einzig verbliebene örtliche Tischlerei produziert fast nur für den lokalen Bedarf, und ein Geschäft für Holzschnitzereien und Puppen, das vor einem Jahrzehnt noch florierend lief, ist lange zugesperrt und dient nur noch als Wohnhaus der vorigen Inhaber.


    Mission: Der Glanz träumender Puppenaugen

    "Ding-Dong! Nächster Halt: Somamura. Vom Fortschritt überholtes Holzfällerkaff mitten im Wald. Lokale Besonderheiten: Blockhütten, Hinterwäldler, und rätselhafterweise verschwindende Kinder." Kenta grinste seinen Begleitern zu, als sie das kleine Örtchen erreichten. Inzwischen hatte er einen gewissen Gefallen an ihrer kleinen Runde gefunden. Tamaki war ihm irgendwie sympathisch. Joudan hingegen ... Joudan war einfach witzig zu beobachten. Nachdem offensichtlich geworden war dass der Junge so gar nicht gut damit umgehen konnte, keinen ständigen Zugang zu fließendem Wasser zu haben, war sein Unterhaltungswert nochmal deutlich gestiegen. "Also ... " Stellte der Kinzoku fest, nachdem sie sich auf dem wahnsinnig leer wirkenden Dorfplatz umgeschaut hatten - die zwei Leute die zu sehen gewesen waren waren eilig weiter gestiefelt - und zuckte mit den Schultern. "Gehen wir mal in das Gasthaus und fragen ob uns jemand was über die verschwundenen Kinder erzählt." Vielleicht würde Joudan sich ja über die mangelhafte Einrichtung ärgern. Und vielleicht waren die Leute dort gesprächiger - oder wollten zumindest nicht einfach wegrennen.
     
  2. Kushou Joudan

    Kushou Joudan Genin

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    "Dorf. Zivilisation. Gasthaus. Dusche!" Oder Joudans-wegen auch einfach nur ein großer Waschtrog. Das waren die ersten Gedanken, die dem Blondschopf durch den Kopf schoßen als die kleine Reisegruppe endlich ihr Ziel erreicht hatte. Somamura war eigentlich fast ein wenig zu klein um sich "Dorf" zu schimpfen. "Siedlung" wäre angemessener Gewesen, doch mit den letzten grausamen, unhygienischen Tagen auf dem Buckel war das Joudan mehr als egal. Die Erleichterung stand ihm förmlich ins Gesicht gechrieben als der Blondschopf erkannte, dass es sogar tatsächlich eine Herberge und einen Händler gab. Vielleicht würde sich jetzt ja alles zum Guten wenden. Von neuem Optimismus gepackt kontrollierte der junge Herr den Sitz seiner Ledertasche, seines Hemdkragens und der West und brachte seinen Torso in eine aufrechte, selbstsichere Pose.
    Dass die örtliche Dorfbewohnern den drei Genin erstmal aus dem Weg zu gehen schienen wunderte Joudan nicht. Ein Hinterwäldlerdorf - oder "Holzfällerkaff", wie Kenta es so schön genannt hatte - sah sicher nicht all zu oft Besuch. Und die verschwindende-Kinder-Sache trug sicher nicht zur Weltoffenheit der Somamura-ler bei.

    Kenta schlug vor, das Gasthaus aufzusuchen um dort nach den Kindern zu fragen. Schlaue Idee, denn wenn man irgendwo auf den Kontakt mit Fremdlingen eingestellt war, dann ja wohl im Gasthaus. Zusätzlich könnte Joudan dort dann gleich auch ein Zimmer für die Nacht mieten, wenn es schon ein Gasthaus gab dann wollte der Blondschopf dies natürlich auch nutzen. Sein Blick fiel zuvor aber noch auf den Protektor mit dem Wappen Amegakures, den der Genin am Schuterriemen seiner Umhängetasche trug. Noch von den Strapazen der Reise geschlaucht und entsprechend un-formell fragte Joudan leise: "
    Sollen wir da als Shinobi auftreten oder gehen wir erstmal "undercover" vor?" Vielleicht war das eine blöde Frage, wusste Joudan nicht. Das war seine erste richtige Mission, also war Fragen stellen ja wohl erlaubt. Und auf eine richtige Vorgehensweise hatten die Dreie sich bisher noch nicht geeinigt.
    Allgemein hatten die drei Genin bisher noch recht wenig geredet. Das lag nicht zu letzt an Joudans Laune. Der Händlersspross war diese Art von Reisen nicht gewohnt, sie verlangte ihm einiges ab und entsprechend mieß war seine Laune die letzten Tage über gewesen. Doch mit dem Ziel der Reise nun in greifbarer Nähe klärte sich die Laune des jungen Herrens auch wieder auf. Bald, bald würde er wieder ganz zu seinem üblichen selbst zurückgefunden haben. Nur an die Heimreise durfte er nicht weiter denken. Davor würde ihm jetzt schon grauen.
     
  3. Yagami Tamaki

    Yagami Tamaki Genin

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    Sehr zu Tamakis Beruhigung war es während des weiteren Weges nicht notwendig gewesen ihn zu tragen, obwohl er auf den letzten Kilometern mehrere Male mit dem Gedanken gespielt hatte, um Hilfe – oder wenigstens eine Pause – zu bitten. Er war eben doch der Kleinste und Schwächste des Teams und auch wenn er eine Menge guten Willens mitgebracht hatte, hatte sich dies bald bemerkbar gemacht. Aber nachdem er mitbekommen hatte, wie sehr Joudan mit der Reise zu kämpfen hatte (wenn auch auf anderer Ebene) und Kenta wohl auch eher von notorisch guter Laune vorangetrieben wurde als von überschießender Körperkraft, wollte der Suzuya den beiden nicht noch eine zusätzliche Last sein. Und Tatsache: er hielt durch. Gerade so, aber er schaffte es und erreichte Somamura auf eigenen Füßen.

    Tamaki ließ einen leisen Stoßseufzer vernehmen und sah sich in dem waldumstandenen Dörfchen um. Auf den ersten Blick war es einfach nur klein, heruntergekommen und weitgehend menschenleer. Und während ihm die ersten beiden Umstände weitgehend egal waren, fand er den letzteren sogar begrüßenswert. Solange sich die Dorfgemeinschaft also nicht zu einem wütenden Mob zusammenraufte, der ihnen ans Leder wollte, dürfte er zumindest vor unerwünschten Menschenmengen einigermaßen sicher sein. Und doch lag hier, im verschlafenen, kleinen Somamura, einiges im Argen und irgendetwas an der ganzen Konstellation kam Tamaki jetzt schon seltsam vor. In diesem winzigen Nest, das ohnehin schon aussah als würde es in den nächsten Jahren aussterben, verschwanden also immer wieder einige der Bewohner. An die Geschichte mit der Puppenkönigin wollte der Suzuya nicht mehr so recht glauben, obwohl es bisher ihre heißeste Spur war. Für die seltsamsten Verbrechen existierten mitunter schlichte, naheliegende (und abscheuliche) Ursachen. Falls es sich hier überhaupt um Verbrechen handelte und die Verschwundenen nicht gute Gründe gehabt hatten zu verschwinden… Tamaki seufzte abermals. So interessant es war, darüber nachzudenken und die Möglichkeiten umzuwälzen – ohne konkrete Informationen führte es doch nur auf den trügerischen Boden der Spekulation.

    Dass Kenta zuerst das Gasthaus ansteuern wollte, war also eine sehr willkommene Aussicht, und zwar in gleich mehrerlei Hinsicht. Dort gab es Stühle (hoffentlich…) und Befragungen ließen sich ja auch wunderbar im Sitzen durchführen. Joudans Zwischenfrage bestärkte Tamaki mit einem kleinen Nicken und schob abwesend den Kragen seiner Jacke so zurecht, dass er den um den Hals getragenen Stirnprotektor verbarg. Ob es nun nötig wurde oder nicht.
     
    Kushou Joudan gefällt das.
  4. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    "Mmh ... Verwirrspiele anfangen, so kurz vor der Informationsquelle? Schlechte Idee, da verwirrt man sich nur gegenseitig. Nichts gegen euch beide, aber ich möchte auf unserer ersten Mission noch keine Legende von eurer Improvisationsgabe abhängig machen." Kenta zwinkerte Joudan zu. War er wirklich so bemüht sich hervorzutun dass er beim Mitdenken gar nicht mitdachte? "Und abgesehen davon - irgendjemand hier hat uns gebucht und bezahlt und damit einen guten Grund uns auch irgendetwas zu erzählen. Bestimmt nicht die reine Wahrheit, aber etwas mit dem wir anfangen können. Ich glaube nicht dass uns hier von den Bewohnern Gefahr droht, also kein Grund uns zu verstecken. Und als Fremde gleich welcher Art würden wir doch eher weniger Auskunft bekommen. Wir machen den direkten Ansatz - wir gehen rein, erholen uns von der Reise und fragen dann was los ist." Und damit schubste er die Tür auf. Keine Zeit verlieren! Kenta spürte die dörfliche Langeweile schon um der Ecke lauern, und wollte hier nicht mehr Zeit als nötig verbringen.

    Das Innere der Gaststätte war schlicht, eher rustikal geprägt und insgesamt ziemlich blockig - offenbar hatte der Handwerker noch einen größeren Restposten Kanten gehabt. Es war insgesamt ganz schön tote Hose: Man zählte vielleicht zwei Gäste die auch eher nach Einheimischen aussehen als nach durchreisenden Kaufleuten, und der Wirt hinter der Theke war gerade damit beschäftigt, Becher zu putzen ... Kenta grüßte die Runde mit einem fröhlichen "Konbanwa!" - die daraufhin noch mehr erstarrte als ohnehin schon - und steuerte zielsicher die Theke an. Der Mann dahinter warf einen kurzen Blick auf die Gesamtsituation und schien kurz die Aussichten einer Flucht via gewagtem Sprung über die eigene Theke durchzurechnen, ehe er angesichts der Ergebnisse resignierte und sich ihnen zuwandte.

    "... guten Tag, Reisende. Kann ich euch helfen?"
    Fragte er nach einer zu langen Pause, und Kenta nickte unbeirrt. "Das hoffe ich! Kenta, Joudan und Tamaki aus Soragakure." Stellte er sie rasch und mit Fingerzeig vor "Wir haben einen Auftrag von hier erhalten und wollten uns über die örtliche Situation informieren ... und von der langen Anreise erholen." Ehe die beiden ihm noch vom Fleisch fielen ... und ja, Kenta selbst könnte auch was zu essen vertragen, er war nur amüsiert dass er sich von allen noch am besten zu halten schien. "... sucht euch nen Tisch. Ich hol Eintopf." Murmelte der Wirt, und nutzte die Gelegenheit, irgendwo hinten zu verschwinden. Als sie sich umwandten um diese Aufforderung umzusetzen registrierten sie, wie die Gäste sich davonstahlen. Kenta lachte leise. "Das sieht doch vielversprechend aus. Machts euch bequem, mh? Platz haben wir ja!"

    Sie bekamen dann ein paar Minuten später ihren Eintopf, der recht herzhaft ausfiel, und als Getränk gab es eine Kanne Tee für alle - sowas wie eine Speisekarte gab es hier offenbar nicht. Würde sich vielleicht auch nicht lohnen. Der Gastwirt versuchte gleich darauf, sich zu entfernen - und wurde erst durch ein lautstarkes Räuspern von Kenta erinnert dass sie eigentlich auch Informationen bestellt hatten. Er seufzte. "Es war nicht meine Idee euch anzuheuern ..."
    "Dann fangen wir doch vielleicht gleich mit dieser Frage an. Von wem kommt überhaupt der Auftrag?" Hakte Kenta sich ein, während der Mann sich noch einen Stuhl an den Tisch zog.
    "Das wäre Hama ... sie und ein paar andere im Ort haben zusammengelegt ... andere fanden das keine gute Idee." Aus der Art wie er es erklärte wurde deutlich, dass der Wirt selbst offenbar auch nicht so viel davon hielt dass sie nun hier waren. Kenta rollte mit den Augen. "Und weshalb nicht?"
    "Nun ... Ihr seid Ninja. Ihr löst Probleme doch meist mit Gewalt." Erklärte der Mann vorsichtig. "Und sie- dieses Problem ... das ist wie ein Fluch. Man muss es aushalten. Wenn man kämpft, macht es schlimmer für die, die übrig bleiben ..." Er schluckte. "Hama war immer eine eigensinnige ..."

    Anstatt weiter zu bohren entschied Kenta sich für einen Löffel Eintopf - er verspürte nämlich jetzt schon den Drang dem Burschen eine Ohrfeige zu geben und es nochmal etwa dreißig Dezibel lauter zu versuchen, so wie er um den für sie interessanten Teil seiner Informationen herumeierte und stattdessen irgendwelche vagen Lebensweisheiten verbreitete. Offensichtlich wäre es also besser wenn er eine kleine Pause von diesem Gespräch einlegte ... sollten ruhig die anderen weiter fragen.
     
  5. Kushou Joudan

    Kushou Joudan Genin

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    Nun, ehrlich gesagt, jetzt wo Kenta das so erklärte kam Joudan sich fast ein wenig dämlich dabei vor. Gut, es war seine erste richtige Mission und die "Teaminterne Absprache" war bisher etwas karger ausgefallen (irgendwie wurde Joudan bisher mit seinen zwei Kameraden nicht wirklich warm), deshalb machte der Blondschopf sich keinen all zu großen Kopf deshalb. Er nickte Kenta zu und gab ihm damit zu erkennen, dass er sich nach dem Rothaarigen richten würde. Der junge Kushou wusste um seine Unerfahrenheit und bildete sich nicht ein, von Anfang an alles perfekt zu beherrschen. "Gute Entscheidung, dann den direkten Ansatz.", bestätigte er noch einmal und machte sich dann daran, Kenta und Tamaki ins Gasthaus zu folgen.

    Das Innere des Gasthauses ließ, verglichen mit Joudans Unterkünften der letzten Tage, wenig zu wünschen übrig. Bei dem Gedanken, hier eine Weile sitzen und - heute Nacht - sogar in einem richtigen Bett schlafen zu können, ließ sein verwöhntes Herz höher schlagen. Das Reden überließ der Blondschopf vorerst Kenta, der auch sogleich beim Wirt mit der Vorstellungsrunde began. Als Joudans Name genannt wurde hob der Blondschopf freundlich die Hand zum Gruße und lächelte den Wirt ganz besonders an. Doch irgendwie schienen weder der Gastwirt noch die anderen Besucher sonderlich erpicht darauf zu sein, sich mit den drei Shinobi zu unterhalten. Als der Gastwirt den Eintopf holen ging konnte Joudan sogar erkennen, wie einige der - wahrscheinlichen - Dorfbewohner sich klammheimlich aus dem Staub machen wollten. "Vielleicht sind sie ja Reisende nicht zu sehr gewohnt...", rätselte der Blondschopf, nachdem er sich mit Kenta und Tamaki zu Tische gesetzt hat. Dann geschah etwas Merkwürdiges.
    Kaum einen Augenblick nachdem Joudan die Tasche von den Schultern gestriffen und sich auf eine aus einem Baumstamm zusammengezimmerte Sitzbank niedergelassen hatte, fühlte er er ein Gefühl in sich aufkommen, als hätte man ihm den Teppich unter dem Boden weggezogen. Ungeschickt stellte er die beiden Ellenbogen auf dem Tisch ab und ließ sein Kinn auf den beiden Handballen ruhen. So konnte der Händlersspross wenigstens dem ungeschulten Auge gegenüber verstecken, dass er sich gerade kaum aufrecht sitzend halten konnte. War er vergiftet worden? Opfer eines Genjutsus? Viel simpler. Der Hänfling war tagelanges Marschieren einfach nicht gewohnt. Und wo ihn auf dem Weg hier her noch Motivation, Neugier und - vor allem - der Wille, endlich am Ziel anzukommen, vorangetrieben hatten, machte sein Körper nun endgültig schlapp. Joudan war sich sicher, dass Tamaki und Kenta bemerkt hatten, was in dem Blondschopf vorging, nickte ihnen aber knapp zu und versuchte, in einem etwas lockeren, spielerischen Tonfall zu sagen:
    "Heute Abend freue ich mich auf ein Bett.." Wenn das die geringste Sorge das Kushous war, dann würden auch die anderen beiden hoffentlich nicht weiter nach seinem Zustand nachfragen.
    Als der Wirt dann den Eintopf brachte ließ Joudan seine Portion vorerst stehen. Nicht, dass ihm vor dem Essen graute (oder vor den fragwürdig-hygienischen Umständen, die in der Küche wohl herrschten), der Blondschopf wollte vorerst noch seinen Kopf auf den Händen gestützt lassen. Zu sehr fürchtete er, einfach zur Seite hin umzukippen. Außerdem konnte er sich dann so besser auf die Worte Kentas und des Wirtes konzentrieren.


    Der Rothaarige nahm den Wirt ganz schön in die Mangel. Gute Gesprächsführung, das fiel Joudan auf. Aber nachdem der Wirt eine kleine Pause einlegte - scheinbar war er an eine Stelle gekommen über die er ungern redete - und Kenta sich seinem Eintopf widmete, ergriff Joudan das Wort. Er richtete sich erfolgreich auf, Kopf und Rumpf behielten auch von alleine ihre Position bei, und wandte sich dann an den Wirt. "Keine Angst, guter Mann. Eure Situation weiter noch zu verschlechtern ist das Letzte, was uns begehrt. Die Ursache des Fluches auszumachen und euch aus derer schlecklich Klauen zu befreien, das ist unsere Intention." Joudan war sich ziemlich sicher, dass er den Wirt damit ein wenig beruhigt hatte. Zumindest hatte sich dessen Gesichtsausdruck ein wenig geändert. Nach einer kurzen Pause, in der der Wirt fragend von Joudan zu Kenta zu Tamaki blickte, setzte der Blondschopf wortgewandt nach. "Diese Hama von der Ihr redet... Ihr verwendet das Präteritum, nehme ich an, nicht unbegründet?" Der Wirt wendete sich an Kenta. "Redet der immer so?" Das machte Joudan deutlich, dass er sich wohl im Ton vergriffen hatte. "Ihr sagtet, sie 'war' eine eigensinnige... Also 'ist' sie es nicht mehr? Was ist mit Hama geschehen?", wollte Joudan wissen und beließ es damit dann gut sein - auch wenn er sich die Antwort schon denken konnte. Ob wohl Tamaki noch eine Frage an den Wirt hatte? Während der Blondschopf auf weitere Fragen und Antworten wartete, wagte er sich auch an seinen Eintopf heran und probierte einen Löffel. Gut, es war nicht der beste Eintopf, aber immerhin hatte der Koch nicht mit dem Salz gespart. Nette Geste, sicherlich.