Hafen

Dieses Thema im Forum "Getsurin" wurde erstellt von Kaishira Asuka, 7. Apr. 2011.

  1. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Chuunin

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    Naa, die kleine Charmeoffensive schien zu funktionieren. Kenta beglückwünschte sich zu seiner Entscheidung, unterwegs nochmal beim örtlichen Fastfoodladen vorbeizuschauen, und strahlte ein wenig heller, als Toriko für ihre Verhältnisse recht freundlich zurück grüßte. "Immerhin haben wir eine gewisse Seereise vor uns." Versetzte er auf ihre Bemerkung, und machte sich gleichzeitig eine Notiz dass Toriko nicht die Sorte Mädchen war die jeden Bissen in eine mentale Kalorientabelle eintrug. Sehr vernünftig. Oh, sie versuchte einen Witz? Wow, sie gab sich wirklich Mühe! Kenta honorierte es mit einem Grinsen - ehe eine inzwischen vertraute Gestalt dazustieß und ihn in seiner Antwort unterbrach. Seeehr cooler Einstand, Hebi-senpai. Hast extra gewartet oder fliegt dir dieses Timing einfach zu? dachte Kenta mit einem inneren Augenzwinkern, während er sich dem Neuankömmling aufmerksam und mit einem fröhlichen Funkeln in den Augen zuwandte. Hebi mochte selbst nicht so empfinden, aber seine Anwesenheit - noch dazu als Befehlshaber! - versprach Kenta jede Menge Spaß und gute Laune. Gut, sie wären nicht allein, aber dafür auch im Ausland und obendrein in einer ländlichen Gegend im tiefsten Schnee. Taute der da oben überhaupt jemals? Die Möglichkeiten von Permafrost waren vielversprechend!

    "Hai." Reihte Kenta sich als zweiter nach Torikos Vorstellung ein und hielt es knapper, auch wenn er ebenfalls den Kopf neigte. Bei ihm fiel die Geste ein bisschen verschmitzter aus, eine wortlose Anfrage ob sie nicht zu Lasten des nächstbesten Idioten gemeinsame Sache machen wollten. Er wusste zwar noch nicht so genau wer und was, aber das fände sich dann schnell. Gleichzeitig steckte weit mehr Respekt dahinter als Kenta normalerweise selbst hinter der ausgebufftesten förmlichen Vorstellung für sein Gegenüber bereithielt. "Ich muss mich der Dame anschließen." Stimmte der rothaarige Kinzoku zu. "Und ich bin auch schon ganz gespannt." Hebi war vermutlich der erste Shinobi mit dem Kenta tatsächlich so etwas ähnliches wie Kameradschaft empfand, auch wenn der Begriff ohne Qualifikation irreführend war. Diese innere Vertrautheit jedenfalls war der Grund dafür dass Kenta ihm trotz seiner sonst meist vorhandenen Höflichkeit nichts von seinem Frühstück anbot - er ging davon aus dass der Ältere sich einfach greifen würde was er wollte und dazu gar keine Einladung wollte. "Wissen wir schon was über das Team auf der anderen Seite?" Stellte Kenta dann beiläufig die einzige Frage die ihn zur Zeit wirklich interessierte. Und das war nicht die, die er aussprach, denn sie würden die Typen schon noch treffen. Er wollte eigentlich nur wissen wie viel Respekt die anderen vor ihren vorgesehenen Partnern oder zumindest für das Protokoll hatten. Wenn er richtig schätzte, gar keinen - abgesehen natürlich von Toriko und ihrer einzig wahren Liebe, dem Protokoll. Aber dieser eine Störfaktor wäre nicht schlimm - wenn sie sich ansonsten einig waren würde er ganz unabhängig von den Chancen die die Mission ihnen bot voll auf seine Kosten kommen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Feb. 2018
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  2. Sakkaku Hebi

    Sakkaku Hebi Genin

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    Dass die Beiden keinerlei Erfahrungen mit Missionen dieses Ranges hatten, überraschte Hebi wie bereits vorausgeahnt nicht im geringsten, sodass er den Genin lediglich entgegenblinzelte, während man in seinem Blick gut sichtbar ablesen konnte, dass er sich selbst fragte, wieso er mit dieser Frage überhaupt erst an sie herangetreten war. Eigentlich sollte er sich für seine eigene Dummheit vor die Stirn schlagen. "Hm.", gab er ihnen auf seine ganz eigene vielsagende Art und Weise zu verstehen und deutete darauf hin, dass er unter dieser Prämisse nur teilweisen Nutzen aus ihnen ziehen könnte - und sich dann folglich mal wieder alleine um alles kümmern müsste, wenn die Scheiße begann, zu stinken. Mochte sein, dass sowohl Toriko als auch Kenta mittlerweile zu den erfahreneren Genin zählen durften, allerdings war es schon befremdlich, dass Hebi tatsächlich der einzige war, der bereits Erfahrungen mit solch sensiblen Aufträgen machen durfte und das Sora-Team somit im Grunde schön unvorbereitet aufbrach. Anbei war es ohnehin zweifelhaft, ob es so schlau war Hebi und Kenta gemeinsam auf einen solchen Job zu schicken, wo man doch wusste, dass alle beide nicht mehr alle Latten am Zaun hatten und ihnen viel eher daran gelegen war, Unruhen zu stiften, denn das Ziel des Auftrages zu erfüllen. Funktionieren tat es immer irgendwie, aber bis es soweit war....
    Hebi kam natürlich nicht umhin, sich einfach an dem großzügigen Angebot an Apfeltaschen zu bedienen und ungefragt in eines der Gebäcke hineinzubeißen. Sogar noch warm. Und scheiße schmeckte das Teil auch nicht. "Kann man essen. Wo haste den Fraß gekauft?" Vielleicht hatte der Junge eine unentdeckte Bäckerei ausfindig gemacht. Eine, von der keiner wusste, was für tolle Sachen sie eigentlich verkaufte. Da Kenta in etwa genauso verschroben war wie Hebi, traute der Sakkaku dem anderen ein wenig Geschmack zu. Allein das war schon eine kleine Seltenheit.
    Der Appetit verging dem Rotauge jedoch gleich wieder als Kenta nach den Ninja des Shiro-Teams fragte. Hebi konnte spüren wie im übel wurde und es würde ihn nicht wundern, wenn er auf einmal leichenblass wäre. Das Wissen, mit diesen Shiro-Nin eine Mission ausführen zu müssen, widerte ihn nach wie vor an. Das machte sich auch in seiner Antwort mehr als deutlich und er legte die Apfeltasche wieder zurück, ehe er sich noch übergeben musste. "Nein. Glücklicherweise nicht.", sagte er und fuhr fort, "Es ist aber davon auszugehen, dass ihnen die Sonne aus dem Arsch scheint und einer so doof sein wird wie der andere aussieht. Ernst nehmen müssen wir sie also nicht." Mal ganz davon abgesehen, dass Hebi generell niemanden ernst nahm. "Ich nehme an, sie werden ähnliche Gedanken zu uns haben, immerhin definieren wir Sora-Nin uns nicht gerade über Herzlichkeit." Welten trafen aufeinander und Hebi war sich sicher, dass es Konflikte geben würde. In Soragakure herrschte eine Art Gesetz des Stärkeren. Wer sich durchzusetzen wusste, stand auf der Gewinnerseite. Verlierer und Schwächlinge wurden ausgesät und verachtet. Während in Shirogakure sicher der mit dem breitesten Lächeln den Beliebheitspreis gewann. Nicht, dass Hebi davon Ahnung hatte. Er war viel zu ignorant, um Details über das andere Reich zu besitzen. "Ich hoffe, ihr habt all eure Werkzeuge, Materialien und sonstigen Scheiß dabei, den ihr braucht. Und auch an warme Kleidung gedacht." Wenn nicht, dann war das ihr Pech und sie würden im Schneereich erfrieren. Kümmerte den Sakkaku nicht. "Wir werden uns erst in Yuki no Kuni mit diesen Intelligenzverweigerern treffen. Bis dahin könnt ihr machen, was ihr wollt. Bringt den Karren nur nicht zum Kentern." Der Blick lastete natürlich mehr oder weniger vorwurfsvoll auf Kenta, wusste Hebi doch so ein wenig, was für eine Person der Kinzoku war. Eigentlich traurig, dass die arme Toriko dazu verdonnert wurde, gerade mit diesen beiden abhängen zu müssen.
     
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  3. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Chuunin

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    "Kleine Bäckerei in der Nähe der Ishitaka-Plakette. Sag dem Besitzer bloß nicht dass sie gut sind und aufs Plakat sollten - ich glaube die ökonomische Verzweiflung macht sie lecker." Erwiderte Kenta zufrieden auf die Frage nach der Herkunft der "essbaren" Apfeltaschen - pffft! So wie Hebi normalerweise kommunizierte war das vermutlich das höchste Lob für konsumierbare Substanzen dass er überhaupt jemals aussprach - vielleicht mit der Ausnahme von Kokain. Hah, das wäre interessant anzusehen. Ob Toriko vielleicht-
    Oh. Huh. Ja, das war komisch ... Kenta hörte aufmerksam zu, war in Gedanken aber bei etwas anderem. Das war vielleicht die Sache die ihn an Hebi mehr besorgte als dass er Kenta selbst so ähnlich und um einiges stärker war. Das wirkte beinahe dumm (worüber sollte er sich denn mehr Sorgen machen als über einen anderen klar denkenden Menschen mit genau so wenig Hemmungen und mit deutlich mehr persönlicher Macht?) Aber naja - wie sollte er es sagen - er hatte den Eindruck dass Hebi sich regelrecht schlecht fühlte, weil er an das Shiro-Team hatte denken müssen, und was war das denn für eine traurige Angelegenheit? Musste Kenta sich Sorgen machen auch irgendwann so ein Miesepeter zu werden? Er stimmte ihm ja in der Sache vollauf zu, aber - sollte nicht der Umstand dass sie mit einer Gruppe blauäugiger Kuschelkrieger zusammentreffen würden erheiternd und hoffnungsvoll sein? Gut, vielleicht nicht wenn sie alle so tickten wie Fushigi, das rosa berüschte Schnubbelmonster - Kenta erschauerte innerlich - aber insgesamt war es doch ein riesiges Potential, dass man hier sehen musste, nicht Bedrohung für die gute Laune!

    Hebis warnenden Blick erwiderte Kenta mit mildem Erstaunen. Natürlich war ihm auch am Erfolg der Mission gelegen! Und seit wann wäre er so kurzsichtig ein Schiff zu sabotieren auf dem er selber noch fuhr? Nein, wirklich ... sicher, er hatte die feste Absicht ein oder zwei Streiche zu spielen, aber erstens brauchten sie dazu das Shiro-Team in Reichweite, und zweitens - Kenta machte eine angedeutete Nickbewegung zu Toriko, die gerade nicht hinsah - zweitens musste er aus ganz anderen Gründen ein bisschen acht geben nichts zu machen was besonders offensichtlich war. Oder auch nur mittelmäßig offensichtlich, immerhin war Toriko nicht blöd und er wollte sich ungern seine langfristigen Pläne für einen schnellen Spaß oder zwei (oder drei oder vier) zerschießen.
    Was dann passierte hatte allerdings wohl keiner der beiden Oberschlaumeier antizipiert - ein Kurier wuselte durch das mittlerweile geschäftige Treiben am Hafen und rempelte ein paar Arbeiter aus dem Weg, um mit quietschenden Schuhsohlen vor ihnen zum stehen zu kommen. "Kosanu Toriko-san? Dringende Befehle aus Ame." Der Blick des Mannes wanderte kurz über die beiden Jungs um dann bei Hebi fest zu kleben. Er zog zwei Schriftrollen aus seiner Tasche - die längere, mit einem auffälligen Siegel markierte übergab er Toriko, die zweite war für ihren aktuellen Befehlshaber. "Ich kann nicht mehr sagen als dort steht, aber diese Order ersetzt alle vorigen Anweisungen. Bitte erst am Dorfausgang öffnen."


    "... also, ich habe nicht erwartet dass wir zu zweit sein würden. Toriko-san hätte sicher zum geordneten und würdevollen Ablauf der Zusammenarbeit beigetragen."
    Stellte Kenta eine halbe Stunde später fest, als alles gesagt und sie nun zu zweit an Bord gegangen waren. Als er sich Hebi zuwandte, funkelte sein Blick regelrecht, und diesmal war das nicht bildlich gemeint - die aufgehende Morgensonne erzeugte in seinen elektrisch blauen Augen einen Schimmer, der genau wie springende Funken aussah. "Aber wenn es sich schon so ergeben hat wäre es doch ein Jammer, wenn wir mit unseren lieben Kollegen keinen Spaß hätten, oder? Ich hab ein paar Ideen ..."
     
  4. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Chuunin

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    C-Rang: Der Glanz träumender Puppenaugen

    Kenta summte etwas vor sich hin, als er sich wieder einmal am Hafen einfand - tatsächlich einmal rundherum guter Dinge, denn inzwischen war es für ihn gar nicht mehr ungewöhnlich, eine Missionsleitung zugewiesen zu bekommen. Er hatte sich bisher verkniffen, einmal seine Beförderungschancen ausdrücklich vorzufühlen - wer so offensichtlich voran wollte würde bestimmt etwas gebremst - aber er las die indirekten Zeichen, und sie schienen ihm sehr gut zu stehen. Ja gut, es ging ein weiteres Mal um ein kleines Dorf, für das sich vor dieser Bitte um Rettung mal wieder kein Mensch interessiert hatte, vor einem vermutlich selbstgemachten Untergang zu retten, aber man konnte nicht alles haben - und so sehr er auch darüber lästerte, es hing ihm nicht wirklich zum Hals raus, solange er mal ungestört das Kommando haben durfte.

    Und diesmal sogar über zwei Leute ... Kenta wippte gemächlich auf seinen teuren Schuhen vor und zurück, während er am Hafen auf seine Begleiter wartete. Tamaki war eine bekannte Größe - in gewisser Weise, durchschaubar war er noch nicht unbedingt - und den anderen Burschen kannte Kenta tatsächlich nicht wirklich. Er meinte den Namen mal gelesen zu haben, aber er musste gerade eben erst fertig gewesen sein ... zusammen mit Tamaki war er also eingeteilt, um zwei ziemlich frische Genin auf ihre erste oder zweite echte Mission zu begleiten. Und obwohl das nicht Kentas Vorliebe für Kampf und Gefahr entsprach interpretierte er es gleichzeitig als Anzeichen von Vertrauen in seine Zuverlässigkeit ... und genau darum war er guter Laune. Er war immer guter Laune wenn er erfolgreich täuschen konnte.

    Beide hatten ihren Missionsbefehl spätestens gestern früh bekommen, mit Notizen in der schnörkellosen, aber irgendwie spielerisch wirkenden Handschrift des Kinzoku:

    Suzuya Tamaki, Kushou Joudan (ist das wirklich dein Name?)

    wir haben die Order uns zu einem Dorf namens Somamura in Taki no Kuni zu begeben. Dort beklagt man seit einiger Zeit nächtliche Angriffe schemenhafter Gestalten, die Bewohner des Dorfes, die sich nicht in ihren Häusern versteckt halten, spurlos entführen. Es besteht offenbar ein Bezug zu lokalen Märchen von einer Puppenkönigin, die unartige Kinder verschleppt und zu Puppen verarbeitet.

    Ja, klingt für mich auch eher unglaubwürdig. Wir werden es wohl erst vor Ort wirklich aufklären. Falls es nötig ist euch das zu sagen: Packt Proviant für eine Woche, Ausrüstung für ein Lager im Freien und wildnistaugliche Kleidung ein, an Waffen nur so viel ihr tragen und tatsächlich auch nutzen könnt. Wir treffen uns um acht am Hauptzugang zum Hafen und nehmen von dort aus die Fähre zum Festland. Richtet euch auf viel Platz in den Herbergen ein, die Straßen in Richtung Somamura sind nicht wirklich Verkehrsknotenpunkte nachdem sich die Geschichten von mörderischen Phantomen verbreitet haben.

    - Kinzoku Kenta


    Jetzt galt es erst einmal nur, auf das Eintreffen der beiden zu warten und dabei nicht einzuschlafen. Und sich zu ragen wie Joudan wohl seinen ersten Auftritt unter Kentas spöttischem Blick absolvieren würde. Imponiert hatten ihm die wenigsten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Sep. 2018
  5. Kushou Joudan

    Kushou Joudan Genin

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    Nun war es also soweit. Joudans erste richtige Mission - und gleich eine der Stufe C - würde ihn ins Reich der Wasserfülle, Taki no Kuni, führen. Dort würde er, zusammen mit zwei weiteren Genin, einer Reihe ungeklärter Vorfälle, folgen und die Verursacher ausfindig machen. Sein Missionsbriefing hatte er per Post von einem gewissen Kinzoku Kenta erhalten. Kein Name, der dem Blondschopf etwas sagte. Außerdem schien noch eine weitere Person namens Suzuya Tamaki mit von der Partie zu sein. Wenn Joudan sich recht entsinnte hatte er Tamaki das ein oder andere Mal auf der Akademie gesehen, zu einer richtigen Bekanntschaft war es allerdings nicht gekommen.
    Das Rekrutierungsschreiben Kentas hatte Joudan mit gemischten Gefühlen wahrgenommen. Gleich zu einer solch hochrangigen Mission eingeladen zu werden war für den frischgebackenen Genin höchst erfreulich. Doch zwei Dinge stießen dem Händlersspross ein wenig auf: Zum einen würde er seine Schwester Rin einige Tage alleine lassen müssen. Joudan hatte zwar dafür gesorgt, dass sie in dieser Zeit bei der Familie einer Freundin unterkommen könnte, doch die kleine Rin tagelang nicht zu sehen bereitete ihm Unwohlsein. Eine zweite Sache, die Joudan gar nicht in den Kram passte, war die Aufforderung "Ausrüstung für ein Lager im Freien und wildnistaugliche Kleidung" einzupacken. Auf Übernachten in dreckigen Zelten ohne fließend Wasser war der junge Mann nun ganz und gar nicht scharf. Doch vielleicht waren das ja nur Vorsichtsmaßnahmen Kentas.

    Den Tag vor der Mission hatte Joudan mit Vorbereitungen verbracht. Ein Besuch bei seinem Schneider in Getsurin gehörte da natürlich mit auf die Liste. Bei Arumaru hatte Joudan nach seinem Job mit Sumiya Saki eine Tasche in Auftrag gegeben, in der er mit Kunai an den Enden versehene Drähte und zwei Fuuma-Shuriken zusammen mit einigen weiteren Schriftrollen verstauen konnte. And der ledernen Umhängetasche hatte Joudan dann auch seinen Protektor, der das Wappen Amegakures trug, befestigt. Passte sonst nicht zu seinem Stil. Neben der Tasche hatte Joudan zusätzlich noch einen Schlafsack und ein handliches Zelt besorgt. Diese Investitionen würden ihn zwingen, den Rest des Monates ein wenig sparsamer zu leben, wenn die Mission nicht erfolgreich enden würde, doch vielleicht würde er dieses "Camping-Zeugs" ja irgendwann noch brauchen.

    Pünktlich, zehn vor Acht am nächsten Tag, traf Joudan am Hafeneingang Getsurins ein. Um diese Zeit war natürlich Höchstbetrieb dort. Wagenladungen mit Kisten, Ballen und Fässern wurden auf Schiffe verladen, die morgens ausliefen um ihren Zielhafen noch vor Tagesende zu erreichen. Menschen riefen sich grob und rau Befehle zu, Wagenräder knatterten über den Pflastersteinboden und Lastpferde und Esel schimpften um die Wette. Eine stete Briese wehte, wie jeden Morgen wenn sich das Land schneller als das Wasser erhitzte, in Richtung See und brachte Holzschilder an Läden zum Klappern und Taue und Segel an den Schiffen zum ächzten. Joudan mochte das wilde Treiben, das hier abging, fühlte sich nostalgisch an die Zeiten erinnert, in der er mit seinem Großvater gelernt hatte, wie man mit Hafenzöllen und dergleichen umging. Unter all dem Trubel war es trotzdem nicht schwer, Joudans künftige Kameraden auszumachen. Menschen, die warteten, waren zu erkennen. Sie standen umher, blickten sich in alle Richtungen um oder taten etwas um sich vom Warten abzulenken. Und obwohl einige Menschen am Hafeneingang Getsurins warteten gelang es Joudan, seinen Teamleiter Kenta auszumachen. Andere waren in kleinen Grüppchen unterwegs oder ihnen fehlte der Protektor, den ein jeder Shinobi nach dem Erreichen des Genin-Ranges trug. Per Ausschlussverfahren machte der Blondschopf einen jungen Mann, vielleicht sechzehn Jahre alt, mit feuerroten Haaren und strahlend blauen Augen aus. Eins fiel Joudan sofort ins Auge: Der Junge hatte Stil - Joudans Stil. Wie Joudan trug er Hemd und eine feine Hose, dazu beim kalten Morgenwetter ein Sakko. Obwohl Joudan, dunkelbraune Hose, weißes Hemd, eine Vierknopf-Weste in der selben Farbe wie die Hose und natürlich seinen Mantel tragen, seine Klamotten ein wenig eleganter trug als Kenta, an dem sie eher verspielt und jugendlich wirkten, kam der Blondschopf nicht umher zu bemerken, dass die Kleidungsstücke des Rothaarigen wohl mit Bedacht gewählt und gut geschnitten waren. Kenta hatte verstanden, dass es eine Kunst war, sich richtig zu kleiden. Frohen Mutes, einen hoffentlich Gleichgesinnten an seiner Seite zu haben, trat Joudan mit aufrechter Haltung an seinen vermeintlichen Teamleiter heran. Der Rotschopf war beinahe so groß wie Joudan obwohl der Händlersspross sicher ein paar Jahre Vorsprung hatte. So kam es zu keinem peinlichen "auf den Vorgesetzten herabblicken" wie bei seinem Job mit Saki nur wenige Tage zuvor.
    "Kinzoku-san, nehme ich an?", fragte Joudan und machte damit auf sich aufmerksam. Dann sprach er, nach einer kurzen Pause, die Kenta genug Zeit gab zu reagieren, weiter: "Koushou, Joudan der Name. Angenehm, Eure Bekanntschaft zu machen." Um dies zu unterstreichen verneigte der Händlersspross sich höflich und mit einer geübten Bewegung. "Mir scheint, Ihr seid für die kommenden Tage mein Vorgesetzter. Auf gute Zusammenarbeit. Und, während wir auf den dritten im Bunde warten, wäre ich Euch zutiefst dankbar, erzähltet Ihr mir woher ihr dieses Sakko habt." Vorsichtig ein wenig auf gemeinsame Vorlieben hinzuweisen würde Kenta hoffentlich nicht verstimmen. Und hoffentlich hatte er keinen Hass auf Konversation, wie Saki es hatte. Ja, dieser Job hatte Joudan ein wenig traumatisiert zurückgelassen. Hoffentlich würde diese Mission zivilisierter werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Aug. 2018
  6. Yagami Tamaki

    Yagami Tamaki Genin

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    Taki no Kuni! Im Hause Suzuya war der Einsatzbefehl ein wenig später eingetroffen und so stand der kleine Haushalt zwei volle Tage lang Kopf. Während der jüngste Spross der Familie und damit auch derjenige, den die Nachricht unmittelbar betraf, sich in der örtlichen Bibliothek hastig alles (nunja, zumindest gefühlt alles) anlas, was es zum Reich der Wasserfälle zu wissen gab, waren insbesondere Mutter Miho und Oma Umeko damit beschäftigt, sich alle möglichen Gedanken zu machen. Was der Junge brauchte. Was der Junge nicht brauchte. Was dem Jungen auf gar keinen Fall fehlen durfte. Was der Junge tun sollte, wenn es einen Notfall gab. Was der Junge anziehen sollte, wenn es kalt wurde. Wenn es heiß wurde. Wenn es nass wurde (Wasserfälle!). Was dazu führte, dass der Junge am Abend vor der Abreise erst einmal jede Menge Krempel aussortierte, den er ganz gewiss nicht mit auf die Reise nehmen würde (wie etwa einen faltbaren Bottich, falls er ganz dringend ein heißes Fußbad bräuchte). Nein, Tamaki hatte eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was er mitnehmen musste und was nicht. Und falls doch etwas fehlte, würde er schon zurechtkommen und eben für das nächste Mal daraus lernen. Trotz der Extraarbeit, die die Überfürsorge seiner Familie ihm bereitete, freute sich der frisch gebackene Genin auf seine erste Mission. Gut, sie führte ihn nicht ganz in die Richtung, die er sich erhofft hatte, aber nicht nur Soragakure, sondern auch das Land zu verlassen, war aufregend genug.

    Als Tamaki sich am Tag der Abreise in aller Früh von seiner Familie verabschiedete, kam er um ein paar letzte Mitgaben allerdings nicht herum. Sein Vater überreichte ihm ein kleines, sauber zusammengepacktes Zelt, das zwar schon lange nicht mehr neu war, aber aus einem nahezu unverwüstlichen gewachsten Segeltuch bestand und ihm auf seinen früheren Reisen gute Dienste geleistet hatte. Dazu noch einen leicht bestoßenen Kompass, damit er sich auch ja nicht verlief. Seine Mutter hatte ihm nebst einer Warnung, sich ja bedeckt zu halten, noch ein Stiefelmesser zugesteckt… und dann hatte Tamaki sich auch schleunigst aus der Situation entfernt, sonst hätten seine Eltern ihm im letzten Moment noch so viel Kram angedreht, dass er am Ende gar nicht mehr vom Fleck gekommen wäre. Nur das dicke Fresspaket von Oma Umeko, das hatte er ohne Murren (im Gegenteil…) entgegengenommen und sich nach einer innigen, aber kurzen Verabschiedung aus dem Staub gemacht.

    So kam es, dass Tamaki mit nur geringer Verspätung in der Hafengegend eintraf. In Jeans, hellblauer Windjacke und robusten Wanderschuhen und mit einem sehr ordentlich gepackten Rucksack stand er da wie ein Nachwuchsentdecker auf der ersten großen Reise und tat das, was er in den letzten Jahren zur Perfektion getrieben hatte: er beobachtete erst einmal das Geschehen. Kenta und Joudan sah er von Weitem am Tor zum Hafen stehen. Die erste Herausforderung bestand allerdings darin, die beiden zu erreichen. Denn kaum zwei Sekunden später rempelte ein schwerbepackter Hafenarbeiter den Suzuya an. „Ausm Wech! Steh hier nich‘ rum wie Falschgeld!“. Verschreckt sprang der Junge zur Seite und stolperte fast in einen Stapel Baumstämme, die dem Weitertransport nach Soragakure harrten. Auch sonst herrschte hier reger Betrieb. Viel zu viel für Tamakis Geschmack. Schwer atmend fasste er sein Ziel ins Auge und schoss los. Einen nervenaufreibenden Slalom später stand der Genin vor den anderen beiden und atmete einmal tief durch, bevor er zu seinem üblichen Äußeren zurückfand. Nun, bis auf die leicht geröteten Wangen, die seine Aufregung noch verrieten. “Ohayou, Kenta-kun, Joudan-san.”, brachte er etwas stockend hervor und schaute abwartend zu den beiden älteren Shinobi auf. Irgendetwas sagte ihm, dass er die beiden gerade bei etwas Wichtigem störte.
     
  7. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Chuunin

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    Na guck ... wenn der Bursche hier mal nicht hervorstach wie der erste Pickel im Gesicht eines Teenagers. Kenta entdeckte Joudan noch einen Moment bevor umgekehrt er von ihm bemerkt wurde, und konnte praktisch hören, was in seinem Kopf vorging, als sich ihre Blicke trafen. Jedenfalls stellte er sich gerne vor, dass dieser Joudan gerade die Qualität ihrer Outfits verglich ... er hatte ja nicht erwartet ein kleines Genie zu treffen, aber musste der eitle Geck seine Defizite gar so offensichtlich zur Schau stellen? Nicht dass etwas dagegen sprach sich ordentlich anzuziehen. So wie er herumstolzierte war aber gleich klar, dass der Bursche etwas anderes bezweckte als einen properen und respektablen Eindruck bei oberflächlichen Menschen zu erreichen (so wie Kenta). Ja, es sprach viel dafür dass er selbst einer von der oberflächlichen Sorte war.

    Kenta nickte knapp auf die Ansprache des Blonden - und hätte sich fast ins Fäustchen gelacht als er ihn auch noch auf das Sakko ansprach. Idioten schlossen immer von sich selbst auf andere. "Freut mich dich kennenzulernen, Koushou-san. Man trifft selten Leute unseres Alters die etwas von Manieren verstehen ... oder Mode." Er lachte, wenngleich nicht aus dem Grund den Joudan vermuten würde. "Dieses Sakko? Ein unscheinbarer kleiner Schneidermeister auf Plattform vier. Wir mögen mit anderem Material arbeiten, aber wir erkennen einen fähigen Handwerker wenn wir einen sehen. Auch ohne einen großen und berühmten Laden drumherum." Kenta war vieles, aber fast mehr alles andere war er ein Spiegel - ein verzerrter und gesprungener, keine Frage, aber er besaß dennoch die Fähigkeit jedem das zu zeigen, was er selbst gerne darstellte. Bei Menschen wie Joudan setzte er sie auch gerne ein. "Ich gehe davon aus dass ein stilsicherer und wortgewandter junger Mann wie du den Widrigkeiten des Einsatzes trotzen wird. Hast du dich bereits mit der Gegend unserer Mission vertraut gemacht?"

    Aber bevor Joudan auf diese Frage richtig antworten konnte, kam der dritte im Bunde dazwischen - Tamaki. Einer der wenigen Menschen bei denen Kenta gar nicht gewusst hätte was genau er spiegeln sollte. War er gerannt? Er wirkte etwas verunsicherter als für ihn üblich war. Kenta grinste. "Ah, darf ich vorstellen? Suzuya Tamaki-san. Ich kenne ihn von seiner Geninprüfung." Erklärte er in Joudans Richtung, und musterte ihn etwas näher. "Da ich dich bisher nicht kenne gehe ich davon aus dass du auch erst seit relativ kurzer Zeit den Abschluss hast? Ich bin seit zwei Jahren im Dienst. Falls wir tatsächlich auf die Schergen der Puppenkönigin treffen wird es also mir zufallen, für eure Sicherheit zu sorgen." Kenta ließ ein kleines Grinsen aufblitzen. "Aber genug davon. Ich wollte gerade fragen ob sich schon jemand Gedanken um die Ausgangssituation gemacht hat, vielleicht auch die beschriebene Gegend aus anderen Zusammenhängen kennt, und eure Gedanken hören wie wir wohl vorgehen könnten." Erklärte der Kinzoku, flüssig, entspannt und sicher, als wäre professioneller Missionsleiter sein absoluter Traumberuf - und nur Tamaki würde auffallen dass das so gar nicht seine übliche Art war, seit er nicht mehr zu Referaten vor die Tafel gerufen wurde.

    Das Schiff würde sie nach Hi bringen - angesichts des Waffenstillstands war es kein Problem für eine Mission nach Taki durchzureisen, und Kenta hatte ganz sicher keine Lust, zum dritten Mal in Yuki herumzustapfen wenn er es irgendwie vermeiden konnte.

    -> Langweilige Umgebung mit viel Grün
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Aug. 2018
  8. Sumiya Saki

    Sumiya Saki Genin

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    Mission: Unter dem Meer
    Sumiya Saki, Meteki Pakura, Tetsuya Kokoro und Hayabusa Ray

    Ein wenig ungeduldig tippte Saki mit dem Fuß auf den hölzernen Steg und blickte in Richtung des Turmes, der nach Soragakure hinaufführte. Wie an einem Tag wie diesem, wo sich das Wetter nicht entscheiden konnte, ob es regnen sollte oder nicht, verdeckten die Wolken den Blick auf die Stadt am Himmel. Die Sumiya schätzte, dass sie den Turm nur bis zu etwa einem Drittel Höhe erkennen konnte, je nach Wolke sah sie mal mehr oder weniger. Gerade war das Wetter wieder darin inbegriffen die Schleusen zu öffnen und auch wenn es gerade nur ein feiner Sprühregen war, wusste Saki, dass es in Strömen gießen würde, bevor sie alle hier eingetroffen waren. Um nicht vollständig durchnässt zu werden, zog sich das Mädchen ein wenig in den Schatten der gestapelten Kisten zurück, die hier am Rande des Steges auf Abholung warteten und zog sich die Kapuze des Regenponchos, den Tamaki ihr in Amegakure gekauft hatte, über den Kopf. Sie hatte mal besser in das Kleidungsstück gepasst, leider hatte ein kürzlicher Wachstumsschub dafür gesorgt, dass Saki viele ihrer alten Kleider nicht mehr auftragen konnte. Der Poncho war derzeit auch nur noch ein Wackelkandidat und lediglich in Benutzung, weil Ersatz fehlte. Ging ihr das Kleidungsstück mal bis über die Knie, war es jetzt eher als Knapp zu bezeichnen. Glücklicherweise waren die anderen Kleidungsstücke der Sumiya wasserfest genug, dass sie keine Sorge haben musste, dass sie einen weiteren Satz Kleider entsorgen musste, etwas, das sie sich sicherlich nicht leisten konnte. War ja auch notwendig, immerhin sollte es für die Künstlerin und drei weitere Genin, auf die sie wartete in eine Unterwasserhöhle gehen, ein sicherlich nicht allzu trockenes Unterfangen. Der beige Pullover des Mädchens war ihr zwar ein oder zwei Nummern zu groß, dafür bestand aber nicht die Gefahr, dass sie sofort wieder daraus herauswuchs. Zudem wärmte dieses übergroße Stück überraschend gut, was gerade bei diesem kaltfeuchten Wetter eine Wohltat war. Die Hose der Sumiya selbst war ebenfalls nichts Besonderes, eine simple dunkelgraue Jeans, deren Knie aufgerissen waren. Aufgrund der überraschenden Symmetrie der Defekte, sah es so aus, als habe Saki diese Hose so erstanden und die Risse seien Teil der Gestaltung gewesen, aber Saki wusste es besser.
    Eine Windböe fegte unerwartet über den Steg und riss die Haare der Sumiya aus ihrer Ruhestätte im Kragen des Pullovers. Nach einem kurzen Fluch machte Saki sich daran ihre Mähne wieder in den Kragen zu stopfen, beließ es jedoch nach einer Sekunde wieder dabei und ließ ihren Haaren freien Lauf. Es würde heute wahrscheinlich nicht mehr besser werden. Ein Blick auf die Uhr, die am Giebel eines Kontorgebäudes angebracht war, verriet der Kunoichi, dass es noch etwa zehn Minuten bis zum Treffpunkt waren. Sie hatte die ihr zugeteilten Genin selbst mit jeweils von ihr gezeichneten Spatzen informiert, dass sie sich hier treffen würden. Mehr als die Namen und die Adressen hatte man der Sumiya jedoch nicht zukommen lassen. Tetsuya Kokoro, Meteki Pakura und Hayabusa Ray sollten sie heute begleiten. Bis auf den Namen Hayabusa, der entfernt etwas in Sakis Hinterstübchen über einen Clan klingeln ließ, sagten ihr die Namen nichts. Wobei, war Pakura nicht das Mädchen von der Geburtstagsfeier des Schnösels? Saki war sich gar nicht mehr sicher, aber für ein ordentliches Kennenlernen blieb ja genug Zeit, immerhin mussten die vier die Überfahrt bis zu der Stelle, wo sich die zu untersuchende Höhle befinden sollte, irgendwie verbringen. Wo man gerade vom Teufel sprach, ein Boot hielt auf den Steg zu, der sich vor Saki erstreckte. Es war ein kleines Fischerboot, dass abgesehen von einem Raum in der Mitte, in dem der Steuermann und die Kojen waren, keinen Schutz vor dem regen bieten würde. Die Fahrgelegenheit war pünktlich, aber komfortabel sah anders aus. Jetzt fehlten nur noch drei Genin, damit es los gehen konnte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Jan. 2019
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  9. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    Er sollte es wirklich nicht tun. Vor einer Mission sollte man seinen Chakrahaushalt ausgeglichen halten und definitiv nicht verschwenden. Ein Mission sollte topfit begonnen werden, damit man auf alle Gefahren vorbereitet war. Theoretisch wusste Ray, dass Bodos Idee absolut unvernünftig war. Theoretisch sollte er sich einfach gemütlich zum Hafen aufmachen. Aber Bodo hatte ihn nun mal herausgefordert und außerdem fand der Rotschopf die Idee viel zu gut, um sie nicht umzusetzen. "Wetten, dass du es nicht in einem Durchgang von hier bis zum Hafen schaffst." stichelte die Gedankenstimme von Bodo weiter. Rays Grinsen wurde breiter, sodass seine spitzen Zähne zum Vorschein kamen und in diesem Moment hatte Bodo - wie eigentlich immer - gewonnen. Ray begann zu rennen und formte gleichzeitig einige Fingerzeichen. Dann sprang er ab und im selben Moment bildeten sich Luftkissen unter seinen Füßen (Fuuton: Kaze Hashiru no Jutsu), sodass er mit seiner Höchstgeschwindigkeit weiter Richtung Hafen schlitterte. "YIHAA!" entfuhr es dem Rotschopf und sein ohnehin schon breites Grinsen wurde noch breiter. Das ganze funktionierte deutlich besser, als sich der Shinobi gedacht hatte und er fragte sich gerade ernsthaft, warum nicht mehr Shinobis sich auf diese Art fortbewegten. Das war viel einfacher und viel schneller als zu laufen und fühlte sich ein klein bisschen an wie fliegen.
    Was für ein herrlicher Tag. Ray war rundum zufrieden. Er hatte gerade die beste Fortbewegung aller Zeiten erfunden. Der Himmel begann seine Schleusen zu öffnen, sodass es endlich anfing zu regnen. Ray mochte den Regen und mit den Luftkissenpolstern unter seinen Füßen flog er quasi über die entstehenden Pfützen hinweg. Aber das beste war, dass seine nächste Mission darin bestand eine Unterwasserhöhle zu erkunden. Wie cool war das denn. Ray freute sich tierisch darauf. Zwar waren wirklich sehr enge Höhlen nicht ganz so sein Ding, aber eine Unterwasserhöhle war doch das coolste überhaupt. Was es da wohl zu entdecken gab und vor seinem inneren Augen tauchten schon Schätze, Leuchtpilze und gefährliche Höhlenfische auf.
    Jetzt aber gab es ein kleines Problem, denn vor ihm tauchte der Hafen auf und Ray raste mit Vollspeed auf das Hafenbecken zu und hatte noch nicht rausgefunden, wie er bremsen konnte, geschweige denn die Richtung ändern. Vor ihm stand zwar eine Laterne, aber seine Hände konnte er gerade nicht benutzen, denn die mussten das Fingerzeichen "Hase" aufrecht erhalten. Aber jetzt war es eigentlich schon zu spät zum denken. Die Laterne kam mit rasender Geschwindigkeit näher und wenn er nicht ein unfreiwilliges Bad nehmen wollte, musste er was tun. Zu Rays Glück schlitterte er so dicht neben der Laterne vorbei, dass er sie theoretisch packen konnte. Und wenn er das Fingerzeichen im richtigen Moment löste und gleichzeitig die Laterne packte, sollte er verhindern, dass er ins Stolpern kam, weil die Luftkissen plötzlich nicht mehr unter seinen Füßen waren.
    Gedacht getan und tatsächlich schaffte es Ray im genau richtigen Moment umzugreifen, doch war er so schnell, dass es ihm fast beide Arme ausriß. Jedoch nur fast und so schleuderte der Junge mehrfach um den Laternenpfahl, bis ihn seine Hände nicht mehr hielt und er mit einer immer noch beträchtlichen Restgeschwindigkeit vorwärts flog. "Yihaa!" entfuhr dem Jungen ein weiterer Jubelschrei, denn jetzt flog er tatsächlich durch die Gegend, wenn auch etwas unkontrolliert und mit den Füßen voran direkt auf die nächste Wand zu. "Oh, oh, wobei, das könnte funktionieren." Gedankenschnell formte Ray einige weitere Fingerzeichen und lud seine Füße mit weiterem Fuutonchakra auf (Fuuton: Takatobi). Eigentlich war die Technik dafür gerichtet sich in die Höhe zu katapultieren, jetzt musste sie als Bremstechnik dienen und tatsächlich funktionierte Rays Plan und der Wind stoppte seinen Flug. Leider so gut, dass er kurz darauf wieder in die andere Richtung flog, direkt auf die Laterne zu. "Ähh, das war nicht so geplant." überlegte Ray laut, doch glücklicherweise war er nicht mehr so schnell, sodass er diesmal die Laterne greifen konnte, ein weiteres Mal darum herumwirbelte, ehe er kontrolliert losließ und mit einem abschließenden Salto sicher zum stehen kam. "Das war genial." Ray grinste noch breiter, was nicht verwunderlich war, denn er hatte gerade den Spaß seines Lebens gehabt, auch wenn ihm ein bisschen schwummering war. Ob dieses Gefühl vom Laternenherumwirbeln oder von dem erheblichen Chakraverlust herrührte wusste der Junge nicht, wobei ihm das auch egal war.
    Er blieb noch einen Moment stehen, ehe er torkelfrei Richtung Steg marschierte, denn dort hatten seine scharfen Augen ein blauhaariges Mädchen wahrgenommen. Ob sie seine akrobatische Flugshow gesehen hatte, wusste er nicht und im Grunde war es ihm egal. Er hatte damit keineswegs angeben wollen. "Ray Hayabusa meldet sich zum Dienst." grüßte der Rotschopf, während er eine kurze Verbeugung andeutete und danach das Mädchen mit seinen schwarzen Falkenaugen musterte.
     
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  10. Tetsuya Kokoro

    Tetsuya Kokoro Genin

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    Kokoro war so müde... Sie fühlte sich endlos müde heute... Dabei hätte sie schon längst aus dem Bett gemusst. Heute hatte sie eine Mission, aber ehrlich gesagt, wollte die Kunoichi viel lieber in ihrem Bettchen bleiben. Ihr schönes, warmes Futon... Seit etwa einer halben Stunde machte ihr Vater Terror, weil sie immer noch nicht aus den Federn gekrochen war. Er hatte zurzeit ein besonders wachsames Auge auf die Fünfzehnjährige, weil diese sich nicht gerade von ihrer Schokoladenseite auf der letzten Mission gezeigt hatte und er natürlich davon Wind bekam. War schon ätzend, wenn der eigene Vater ein so bekannter Shinobi im Dorf war. Dem wurden Gerüchte und Halbwahrheiten zugetragen wie nichts! Aber... leider auch die Wahrheit. Man hatte der ihr eine Standpauke gehalten. Er hätte niemals jemandem das Nasenbein gebrochen nur weil er wütend war. Das hätte er sich nicht in seiner Jugend erlaubt... Kokoro wusste ganz genau, dass das erstunken und erlogen war! Ihre Mama hatte ihr oft davon berichtet, dass sie nicht nur ihre Energie und Kraft von ihm geerbt, sondern auch sein ungezügeltes Temperament von ihm geerbt hatte. Aber natürlich weiß man alles besser! Als sie ihm dann entgegengeworfen hatte, dass sie in seinem Alter sicherlich schon Jonin sein würde, fand er das ähnlich wenig lustig... Seitdem war die Stimmung zwischen ihnen recht angespannt. Und so zog sie sich gerade das Kopfkissen über die Ohren, als er im Türrahmen stand und zornig mit einem Holzkochlöffel auf einem Topf herumtrommelte. Sollte er doch! Am Ende quälte sich Daisuke nur noch weitere zehn Minuten mit dem Versuch Kokoro von selbst aus dem Bett aufstehen zu lassen und zerrte sie am Ende an den Beinen ins Badezimmer, wo er ihren Kopf über die Badewanne hielt und ihr feuerrotes Haar mit eiskaltem Wasser übergoss! OKAY! Dann stand sie halt auf. Heute würde sie jedenfalls mal pünktlich kommen, auch wenn es nicht wirklich ihr eigener Verdienst war...

    Mit dem Gesicht zur Faust geballt, trottete die Tetsuya durch Soragakure. Sie hatte die Arme fest vor der Brust verschränkt während sie zum Treffpunkt voran schritt. Alle wichtigen Notwendigkeiten hatte sie eingepackt, darunter auch ein riesengroßes Lunchpaket, welches Daisuke für ihre Kollegen gepackt hatte. Vor allem Pakura sollte sie davon viel abgeben, nachdem das zwischen ihnen bei der letzten Mission nicht ganz so rosig abgelaufen war. Der hatte sie wohl nicht alle! Musste er denn seine Nase überall mit reinstecken?! Die Rothaarige wanderte gerade hinab in Richtung des Hafens, als sie in der Ferne ein eigenartiges Spektakel beobachtete. Wer oder was war das, was da so um diesen Laternenpfahl herumrotierte? Nachdenklich legte sie den Kopf schief, konnte aber nur einen ähnlich roten Schopf wie den ihren erkennen. Sie kannte den Kunden nicht. Ging sie auch herzlich wenig an. Ihr Vater hatte ihr ein kleines Briefing zu der Missionsleiterin gegeben. Wie war ihr Name gleich? Sumiya Saki? Jedenfalls kannte er die Genin wohl ein wenig, was sie nicht wunderte. Wen kannte er nicht zumindest vom Hörensagen?! Nach blauen Haaren und grünen Augen musste sie Ausschau halten. Oder eben nach Pakura, aber da sie heute ziemlich pünktlich war, könnte sie es eventuell schaffen vor ihr dort anzukommen. Oh Gott... Hoffentlich waren sie nicht erst einmal allein dort. Das könnte eventuell für peinliche Stille sorgen und damit konnte die Kunoichi nicht besonders gut umgehen! Gemütlich und müde lief sie den Weg weiter hinab zu dem Steg, an dem sich das Team treffen sollte. Tatsächlich stellte sich heraus, dass dieser rothaarige Flummi, der da eben ausführlich mit der Laterne getanzt hatte, offenbar zum Team gehörte. Denn neben ihm stand eine Dame im Regenponcho, die vermutlich Saki war. Sie konnte zumindest ein klein bisschen was von ihrem blauen Schopf erkennen. Als sie näher kam, stellte Kokoro fest, dass sie mal wieder die Größte war... Nicht sonderlich überraschend, denn sie hatte offenbar die Riesengene ihres Vaters geerbt. Kokoros Kleidung fiel, neben ihrem roten Haarschopf, recht deutlich auf. Sie trug oft sehr klassische und traditionelle Kleidung, aber über ihrem Kopf prangte ihr Schirm, der definitiv nicht nur dazu da war den Regen abzuhalten. Das konnte man an dessen Aufbau recht gut erkennen. Auf ihr müdes Gesicht zwang sie ein mehr oder minder freundliches Lächeln, für das sie sich sehr anstrengen musste und blickte unter dem Schirm hervor zu den anderen beiden Genin. „Hallo, ich bin Tetsuya Kokoro. Ich nehme an du bist Saki und du...“ Nachdenklich kratzte sie sich am Kinnd. Sie wusste seinen Namen echt nicht mehr. Ohje. Wie blöd. Sollte sie ihn wissen? Stand der irgendwo? Naja, nach seiner akrobatischen Kunst hatte sie einen guten Spitznamen gefunden. Plötzlich schlug sie ihre Faust in die andere Handfläche. „Ich habs! Ich nenn dich Flummi, weil du hier so lustig rumgeturnt hast!“ War ihr ziemlich gleich wie der Kerl wirklich hieß. Er war ja hier kein Teamleiter und nach der Show hatte er sich den Spitznamen redlich verdient! Oh... Wo war denn eigentlich Pakura? Die müsste doch auch bald hier aufschlagen, oder?
     
  11. Meteki Pakura

    Meteki Pakura Genin

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    Zornig stapfte Pakura, mit einem zusammengerollten Blatt Papier in der Hand, den Turm von Soragakure, welcher als Zugang zum Dorf fungierte hinunter. Warum? Am Vortag war ein Spatz durch das gekippte Wohnzimmerfenster geschlüpft und hatte eine riesige Sauerei veranstaltet. Okay, dass sich das Vieh ausgerechnet auf dem Tisch niederlassen musste, wo ein Stapel Zeichnungen lag, welche die Meteki als Vorbild für ihr erstes Tattoo nehmen wollte. Hundertprozentig hatte sie sich zwar noch nicht entschieden, dass es unbedingt diese Zeichnung werden sollte, aber dies war ihr Favorit. Entsprechend angepisst war das Mädchen nun darüber, dass nun ausgerechnet dieses Werk ruiniert war. Gut, im Grunde war es auch nicht perfekt gewesen. Die Fünfzehnjährige hatte es mit ihren Fähigkeiten über Wochen selbst gezeichnet und es sah zwar nach was aus, aber man konnte gut erkennen, dass ihr die nötige Übung fehlte.

    Eigentlich hatte Pakura vorgehabt, sich mit in die Hüften gestemmten Fäusten vor Saki aufzubauen und Ersatz zu verlangen. Beim Hinabsteigen wurde ihre Aufmerksamkeit aber auf eine Person weiter unten gelenkt, die es mit der Sicherheit offensichtlich nicht ganz so genau nahm. Der Wahnsinnige raste in einem Affenzahn durch Getsurin und schwang sich dabei an Straßenlaternen und dergleichen. „Hat der gesoffen, oder was?“. Da erwachte sogleich der Notfallmediziner in ihr und sie konnte nicht anders, als das zusammengerollte Stück Papier um eine Makimono gewickelt sicher in einer Jackentasche zu verstauen und ebenfalls loszurennen. So schnell, dass jeder Zivilist sie nur noch verschwommen wahrnehmen dürfte, hetzte die Braunäugige zuerst die Stufen hinunter und dann durch die Straßen, welche sie zuvor als Pfad des Irren zu erkennen glaubte. Erst, als die Iryōnin um die letzte Ecke bog und erstmal einen Moment zum Verschnaufen nehmen musste erkannte sie den Rotschopf als Hayabusa Ray, den sie bereits aus einer vergangenen Mission kannte und von dem sie auch wusste, dass er an dieser Mission teilnehmen würde. Dem Jungen schien es auf den ersten Blick gut zu gehen, weshalb sich die Kirinin dazu entschied, beim Aufschließen an die Gruppe erst einmal durchzuatmen, anstatt ihn anzuschreien. Dort angekommen wandte sie sich aber trotzdem kurz an ihn und sagte, mit zuerst einiger Strenge in der Stimme: „Wäre nett, wenn Du das nur machen könntest, wenn kein Iryōnin in der Nähe ist. Sonst fällt es noch auf ihn zurück, wenn Du aus eigener Dummheit stirbst.“ dann aber grüßend an die Damen der Runde: „Guten Tag, Sumiya-senpai. Hallo Kokoro-san. Freut mich euch wiederzusehen.“ Normalerweise würde sie sich natürlich vorstellen. Da diesmal aber schon jeder mit der Ninjutsuka zu tun hatte, dürfte das diesmal wohl übersprungen werden. „Seltsam. Irgendwie habe ich das Gefühl, als hätte ich was vergessen.“
     
  12. Sumiya Saki

    Sumiya Saki Genin

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    Weiterhin wartete Saki mit verschränkten Armen auf die Teilnehmer an dieser Mission, sie hasste es zu warten, aber andererseits war bisher noch niemand unpünktlich. Die Sumiya hatte es sich zur Angewohnheit gemacht etwas früher als notwendig vor Ort zu sein, was leider wiederum darauf hinauslief, dass sie warten musste. Es fühlte sich wie ein Teufelskreis an. Gerade wollte sich die Sumyia dem anlegenden Boot nähern um vielleicht ein paar erste Fragen zu klären, als ein schrilles Yihaa! die Aufmerksamkeit der Künstlerin auf sich zog. Da schien jemand auf jeden Fall zu viel Spaß zu haben, angesichts des Wetters. Bitte lass das nicht Ray sein. Eine männliche Stimme hatte das Yihaa ertönen lassen, somit fielen die anderen beiden Teilnehmer dieser Mission aus. Inständig hoffte Saki jedoch, dass auch das letzte Mitglied dieses Teams nicht der lauten Sorte angehörte und das Geschrei lediglich irgendein zufälliger Zivilist war. So gnädig war das Schicksal jedoch nicht, denn ein rotschöpfiger Junge, der Saki um mehr als zehn Zentimeter überragte, stellte sich als Hayabusa Ray vor. Die Stimme war unverkennbar jene, die gerade noch gebrüllt hatte. Super. Das sind also meine Kopfschmerzen für den heutigen Tag. Am liebsten hätte Saki jetzt schon wieder den Weg nach Hause angetreten, aber das ging nicht, irgendwer in der Dorfverwaltung hatte ja entscheiden dem Mädchen das Kommando aufzuzwängen. Wussten die nicht, wie sie zu der ganzen Aktion hier stand? Vielleicht war es aber auch einfach egal.
    Bevor sich Saki weiter um Ray kümmern konnte, trat eine weitere Person an die beiden heran, ein Mädchen mit rosafarbenen Haaren, das sogar Ray noch ein wenig überragte. Sie trug einen Schirm bei sich, was angesichts dieses Wetters keine dumme Idee zu sein schien, auch wenn Saki sich nicht sicher war, ob es NUR ein Schirm war. Heutzutage war ja alles irgendwie eine Waffe. Sie stellte sich als Tetsuya Kokoro vor, was klar machte, dass dies ein weiteres Mitglied der Gruppe war, es gab nur ein kleines Problem in Sakis Augen. Wieso sind die alle so groß? Ich hatte doch gerade einen Wachstumsschub, wieso überragen mich trotzdem alle? Okay, Saki hatte Probleme, die nichts mit der Mission zu tun hatten, aber der Gedanke hatte sich ihr eben aufgedrängt. Trotz Größe machte sich Kokoro aber schonmal bei Saki beliebt, indem sie die Aktion des Hayabusa von eben mit ihrem Spitznamen ins Lächerliche zog. Zwar hatte die Sumiya selbst nichts gesehen, aber wenn sie an dem Yihaa und der Bezeichnung durch die Tetsuya etwas herauslesen konnte, so tat sie das. Flummi und Kokoro also, mein Name ist … Weiter kam Saki nicht, denn Pakura, jetzt erinnerte sie sich an das Gesicht, stieß zu der Gruppe und begann sofort Ray zu schelten, wie unvernünftig sein Verhalten gewesen ist. Jetzt wünschte sich Saki irgendwie, dass sie etwas davon gesehen hätte. Was auf jeden Fall offensichtlich war, war, dass Ray mit seinem Auftritt nicht viele Freunde gewonnen hatte. Und hatte Pakura da gerade Iryonin gesagt? Wusste sie, dass Saki medizinisch ausgebildet worden war, oder war sie selbst Medizinierin? So, wie gerade schonmal begonnen. Mein Name ist Sumiya Saki und ich werde für heute als Teamleiter fungieren. Wie ihr anhand meiner Nachricht mitbekommen haben solltet, sind wir angewiesen worden eine neu entdeckte unterseeische Höhle zu kartographieren. Warum unbedingt Ninjas und dann auch noch vier Stück benötigt werden, erschließt sich mir nicht, aber das ist ja nicht unsere Aufgabe zu entscheiden. Weiteres sollten wir auf dem Boot besprechen, die Überfahrt zu der Stelle, wo die Höhle liegt sollte etwas mehr als eine Stunde dauern, also mehr als genug Zeit, um alles zu besprechen. Plus es wurde kalt, wenn man hier so in der Nässe herumstand. Ohne ein weiteres Wort bewegte sich Saki daher auf das bereitgestellte Boot zu und warf ihren Beutel über die Reling an Deck, bevor sie, ohne die Planke zu nutzen, auf das Gefährt sprang.
    Nachdem sie sich einigermaßen auf einigen Seilen platziert hatte. Sie hatten bequemer ausgesehen, als sie waren, blickte sie nochmal in die Runde. Für den Anfang hätte ich drei Fragen, auf die ich eine Antwort bräuchte. Erstens, wie sieht es mit euren Fähigkeiten und Spezialisierungen aus? Zweitens, könnt ihr Zeichnen? Beim Kartographieren wäre das von Vorteil und wenn ich nicht alles alleine auf Papier bringen muss, wäre das sehr praktisch. Und drittens, könnt ihr schwimmen? Wir müssen schließlich zu der Höhle herunter tauchen und auch wenn wir Tauchausrüstung bekommen sollen, schwimmen wird die nicht für uns. Eigentlich war sich Saki ziemlich sicher, dass diese Gruppe bis zur Höhle herunter kommen sollte, aber sie war sich auch bewusst, dass nirgendwo in ihren Unterlagen bei der Dorfverwaltung stehen sollte, dass sie schwimmen konnte, also bestand immer noch die Möglichkeit, dass wir ein Problem hier an Bord hatten.
    Ist übrigens etwas aufgefallen? Saki hat einen wichtigen Teil der Teamleaderetikette einfach außeracht gelassen, sie hatte nach Fertigkeiten gefragt, aber selbst nur eine der drei Fragen beantwortet. Ob sich jemand darauf aufhängen würde? Nichts desto trotz setzte sich das Boot, nachdem alle an Bord waren, in Bewegung. Die Crew bestand aus nur drei Männern, einem Steuermann und zwei Matrosen von denen sich einer als Kapitän bezeichnet hatte. Nicht einmal einen Namen hatte der Seelenverkäufer.
     
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  13. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    Offensichtlich war seine halsbrecherische Aktion nicht unbemerkt geblieben, denn die beiden Mädchen, die nach dem Hayabusa ankamen, hatten diese natürlich beobachtet. Mit seinem lauten Gebrüll war er ja auch nicht zu überhören gewesen. Aber es hatte auch einfach zu viel Spaß gemacht so durch die Luft zu fliegen, da war ein bisschen Gebrüll durchaus angebracht.
    Jetzt jedenfalls bekam er von dem großen Mädchen mit den pinken Haaren einen Spitznamen für seine Aktion verpasst, der ihn unwillkürlich grinsen ließ, sodass die pinken Eckzähne zum Vorschein kamen. "Eigentlich heiße ich Ray Hayabusa." stellte er sich ein weiteres Mal vor, während er überlegte, was er von dem Spitznamen halten sollte. Irgendwie war er ja schon ganz lustig, andererseits hörte er sich wie der Name eines kleinen Hündchens an, harmlos und verspielt. Das wiederum passte so gar nicht zu seiem sonstigen Auftreten. Der scharfe Falkenblick, die spitze Nase und das Raubvogellächeln machten eigentlich deutlich, dass es sich bei Ray keineswegs um etwas so harmloses wie einen Flummi handelte. Andererseits könnte er damit seine Gegner vielleicht täuschen und in die Irre führen.
    Bevor Ray aber weiter über diesen Namen nachdenken konnte, trat eine weitere Person auf das Spielfeld. Im Gegensatz zu den anderen beiden Mädchen kannte er Pakura schon von seiner letzten Mission und begrüßte sie mit einem freundlichen Lächeln. Aber offensichtlich war auch Pakura von seiner Aktion nicht gerade angetan und wies ihn ersteinmal zurecht. Und irgendwo hatte sie ja auch Recht, die Aktion war alles andere als ungefährlich gewesen, aber das waren Kämpfe gegen Banditen oder Serienmörder auch nicht. Die waren wahrscheinlich sogar noch weitaus gefährlicher. "Alles klar, ich achte beim nächsten Mal darauf, dass keiner in der Nähe ist." erwiderte er mit einem schelmischen Grinsen.
    Dann aber ergriff Sumiya das Wort, erklärte nocheinmal warum sie alle hier waren. Sie sollten eine unterseeische Höhle kartographieren. Ray hatte sich im Gegensatz zu Sumiya zwar noch nicht die Frage gestellt, warum gleich vier Ninja auf diese Mission geschickt wurden, aber eigentlich interessierte es ihn auch nicht wirklich. Vielleicht befürchtete die Verwaltung, dass es in der Höhle Unterwassermonster geben würde. Im Grunde war es dem Rotschopf aber auch egal. Er freute sich lediglich auf ein spannendes Abenteuer.
    Und so lehnte er sich auf dem Schiff auch direkt an die Reling und hielt seine Nase in den frischen Winde, während er mit einem Ohr den Fragen der Teamleiterin zuhörte und sich dann umdrehte, um diese zu beantworten. Wie es allerdings seine Art war fielen seine Antworten relativ bescheiden aus. "Ich bin nicht sonderlich spezialisiert, es sei den Bogenschießen ist für dich etwas spezielles." antwortete er auf die erste Frage und deutete auf den kleinen Bogen, den er auf seinem Rücken befestigt hatte. Das er einige Windjutsus in letzter Zeit erlernt hatte und sogar in der Lage war den ein oder anderen Pfeil aus purem Windchakra abzuschießen, erwähnte er nicht. In seinem Clan beherrschte jeder Shinobi das Fuuton Element, da waren seine Techniken nicht wirklich etwas spezielles und nicht unbedingt erwähnenswert. "Ich fürchte meine Fähigkeiten im Zeichnen sind auch nicht besonders." So genau wusste das Ray aber selbst nicht von sich, immerhin hatte er noch nie in seinem Leben etwas kartographiert. "Dafür ist Schwimmen und Tauchen kein Problem."
    Auch jetzt erwähnte der Rotschopf nicht, dass er durchaus dazu in der Lage war seinen Atem für ein bis zwei Stunden anzuhalten.
    In diesem Moment aber erspähten seine scharfen Augen in einiger Entfernung einige fliegenden Fische. "Guckt mal, die scheinen wirklich Spaß zu haben." machte er seine Teammitglieder auf den Fischschwarm aufmerksam. Jedoch waren die anderen wahrscheinlich nicht in der Lage die Fische zu erkennen. Bei dem Regen waren die Sichtverhältnisse sowieso schon schlecht, was es zusätzlich erschwerte die kleinen silbrigen Fische zu erkennen, die in einiger Entfernung immer wieder aus den Fluten sprangen. Auf Nachfrage würde Ray sicherlich erklären, was er dort in der Ferne mit seinen außergewöhnlich scharfen Augen entdeckt hatte, aber für den Moment war im nicht bewusst, dass seine Sehkraft die seiner Kolleginnen übertraf.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Jan. 2019
  14. Tetsuya Kokoro

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    Und wenn man vom Teufel spricht, dann lässt er auch nicht lange auf sich warten. Gerade als sich Kokoro gefragt hatte wo das Mädchen war, das ihr tatsächlich bekannt war, da hörte sie die Kunoichi auch schon wettern. Ob sie ein Problem mit Rothaarigen hatte? Immerhin hatte sie ja auch die Tetsuya auf ihrer letzten Mission maßlos zurechtgestutzt und offenbar irgendwie Freude daran gefunden. Die Größte im Bunde konnte nicht anders aus sich abzuwenden und mit den Augen zu rollen. So eine Schnarchnase! Der Kerl konnte doch machen was er wollte. Selbst wenn er der Meinung war, dass er sich schon vor der Mission den Hals brechen musste, war das ja seine Entscheidung. So lange es sich dabei nicht um einen Kampf handelte, fühlte Kokoro sich da nicht in der Verantwortung den jungen Mann zu schützen. Niemand konnte vor seiner eigenen Dummheit geschützt werden - das wusste niemand so gut wie die dümmliche Tetsuya, die schon einige Male den Darwin Award fast verdient hätte...
    Kaum waren die Augen zu Ende gerollt, da begrüßte Pakura auch schon die beiden anwesenden Damen, von denen offenbar nur Kokoro mit Vornamen angesprochen wurde. Ob das Blauhaar und Fräulein Wichtig sich nicht so ganz einig waren? Sie schienen sich offenbar zu kennen, aber irgendwie war da eine Spannung! ... oder die Rothaarige überbewertete mal wieder etwas. "Yo, Pakura.", grüßte Kokoro die Gleichaltrige mit einem Lächeln, das tatsächlich ernstgemeint war. Abgesehen davon, dass sie eine Spießerin war, war sie ja nicht komplett uncool. Kokoro hatte also prinzipiell nichts gegen sie... Nur etwas müde war sie nach wie vor... Der Flummi wagte es doch tatsächlich sich derweil mit Namen vorzustellen, was an der Tetsuya ziemlich vorbeiging. Der konnte heißen wie er wollte, sie würde es sich ohnehin nicht merken, wenn er nicht einprägsamer werden würde als ihr grandioser Spitzname. Eigentlich dachte sie ja, dass sie das klar gemacht hatte, oder? "Von mir aus, Flummi. Freut mich!", antwortete sie also entspannt und grinste vor sich hin. Was auch immer, hieß das quasi. Die Höflichkeit, die ihr Vater so oft predigte, war noch nicht ganz in Fleisch und Blut übergegangen... Die Erwiderung des Rotschopfes auf den zynischen Kommentar Pakuras fand die Kunoichi dann wieder doch ganz amüsant. Sie legte eine Hand auf ihren Mund, um ein Lachen zu unterdrücken. Cooler Typ! Sicher würde er sich noch ein paar Ansagen von der Meteki einfangen, wenn er so weitermachte... Dann hatte sie gleich zwei Rotschöpfe zu bemeckern!
    Saki hatte übrigens gerade angefangen sich vorzustellen, als Pakura in die Unterhaltung platze und rummeckerte. Dies griff sie nun wieder auf. Mit ihrer Vermutung hatte sie also richtig gelegen! Fungieren... Was für eine hochtrabende Wortwahl... Nicht so Kokoros Stil, um ehrlich zu sein. Aber aus dem Kontext konnte sie ganz gut herauslesen was gemeint war. Eine Unterwasserhöhle sollten sie Kartographieren... Schon wieder so ein blödes Wort. Konnte man nicht einfach sagen, dass sie eine Karte zeichnen sollten? Man man man... Warum das vier Ninja machen sollten, war ihnen wohl allen nicht klar, aber wenn man es so wollte, dann war es eben so. Kokoro war nicht die Art Mensch, der die Entscheidungen des Dorfes auch nur ansatzweise hinterfragte. Sie akzeptierte alles frei aus dem Bauch heraus. Papa würde ihr schon sagen, wenn etwas im Argen lag... Vorher machte sie sich da keinen Kopf! Und hophop, auf aufs Boot! Kokoro stieg auf und folgte der Teamleiterin ein wenig tänzelnd. So langsam wurde sie munterer, auch wenn ihr ihr warmes Bettchen dann doch lieber wäre als der Regen... Entspannt lehnte sich die Tetsuya an eine Wand in der Nähe der Blauhaarigen und wartete weitere Ansagen ab. Kurz überlegte sie, ob es angemessen wäre zu pfeifen, erinnerte sich aber daran, dass ihr Vater gesagt hatte, sie solle keine unangemessene Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn sie auf Missionen war... Seit sie einem Zivilisten das Nasenbein fast in den Hinterkopf geschoben hatte, war er da ein wenig strikter geworden... Drei Fragen hatte sie also! Alle davon konnte Kokoro ziemlich kurz und schmerzlos beantworten! Easy! Der andere Rotschopf kam ihr aber zuvor... Bogenschießen? Bisschen irre, aber okay. Da er ein Fernkämpfer war, könnten sie eine gute Kombi sein! Als er fertig war, holte die Tetsuya tief Luft und quasselte dann los: "Ich bin Nahkämpfer mit dem Regenschirm oder Fäusten und Füßen... Ansonsten kann ich noch ein paar Feuerjutsu...", erklärte sie ein wenig nachdenklich. Hatte sie etwas Relevantes vergessen? Hm... Das sie ziemlich kräftig war, musste sie wohl kaum erwähnen. Man sah es ihr ein wenig an und Pakura konnte davon sicher ein Liedchen singen... "Zeichnen kann ich, aber eher so wie 'ne Dreijährige. Verlass dich lieber nicht auf mich." Kokoro war - wie ihr Vater - ein totaler Grobmotoriker. Etwas filigrane Arbeit wie das Zeichnen würde bei ihr völlig in die Hose gehen... "Schwimmen und Tauchen ist aber easy." War ja nun wieder etwas, wofür man kein Fingerspitzengefühl brauchte. Also ging das klar!
    Aufmerksamkeitsspanne war wohl das Wort für Kokoro und Ray! Dieser hatte nämlich in der Ferne etwas erspäht, worauf er die Kollegen aufmerksam machte. Anstatt sich weiterhin also mit der Teamleitung zu befassen, lenkte er immerhin mindestens Kokoro von dieser ab, als er nach draußen aufs Meer zeigte und auf etwas deutete. Die Tetsuya lehnte sich ein wenig wagemutig weit über die Reling, legte ihre Hand schützend zum Spähen über ihre Augen und kniff diese ganz fest zusammen. "Ich seh da keinen Scheiß. Was erzählst du?", fragte sie ihn ziemlich unverblümt und blickte irritiert in seine Richtung. Kokoro hatte auf etwas Cooles oder Essbares gehofft, aber da war nur verdammtes Wasser. Wollte der sie verarschen?!
     
  15. Meteki Pakura

    Meteki Pakura Genin

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    Im Gegensatz zu Saki betrat Pakura das Boot auf herkömmlicher Art über die Planke, unabhängig von der Tatsache, dass sie es auch weniger langweilig hätte tun können. Einerseits war der Meteki gerade einfach nicht in der Stimmung, anzugeben. Andererseits wäre das vielleicht auch doof gekommen, mit Salti und Flickflack rüber zu springen, wo sie doch zuvor Ray wegen seinen akrobatischen Einlagen zusammengestaucht hatte. Dort angekommen setzte sich das Mädchen auf die Rehling, direkt gegenüber von Ray und lauschte sowohl den Fragen der Sumiya als auch den Antworten ihrer Kollegen. Gut, zugegebenermaßen gab es nicht sonderlich viel Neues zu hören. Dass Ray Bogenschütze war und Kokoro sich im Nahkampf am wohlsten fühlte wusste sie bereits. Lediglich, dass die Tetsuya auch Ninjutsu vom Element Katon beherrschte, wusste die Schwarzhaarige bislang noch nicht. Aber das sollte auch nicht allzu wichtig sein. Viel wichtiger war, dass durch einen Teil der Fragen, welche die Teamleiterin gestellt hatte, ein verschobener Gedankengang neu aufflammte und das würde sie mit Sicherheit nicht mehr allzu weit aufschieben. Nun aber erstmal ihre eigenen Antworten: „Ich bin Ninjutsuka und beherrsche vor allem Suiton-Jutsus und Iryō-Ninjutsu. Aber auch eine Reihe von einfachen Genjutsu und grundlegendste Fähigkeiten im Taijutsu. Nun... schwimmen kann ich recht gut und ich beherrsche ein Jutsu, mit dem ich ohne Kampfhandlung eine Weile unter Wasser atmen kann. Im Zeichnen... bin ich vielleicht nicht die Beste, aber ich denke, ich könnte wohl kartographieren.“ Nachdem das Thema schließlich einige Minuten später erledigt war und erstmal nichts missionsspezifisches zu klären war, löste die Braunäugige ihre Zeichnung von der Makimono und schob diese an die Blauhaarige weiter. „Da wir vorhin das Thema Zeichnungen hatten, was war das für ein Vogel, der deine Nachricht übermittelt hat und... kann man das irgendwie wegkriegen, ohne die eigentliche Zeichnung zu zerstören? Da habe ich nämlich ziemlich lange für gebraucht, wenn ich ehrlich bin.“

    Wie auch immer die Antwort lautete, in jedem Fall würde Pakura den Großteil ihrer restlichen Freizeit auf der Fahrt nutzen, um mit dem Suiton: Mizú no Henkai an ihrer Chakrakontrolle zu arbeiten. Auch wenn sie seit ihrem Spezialtraining keine wirklich herausragenden Fortschritte mehr gemacht hatte. Abgesehen davon rief sie sich ein paar Jutsu ins Gedächtnis, von welchen der Meteki beim Training ihre Mutter erzählt hatte. eine Reihe von hochrangigen Suiton-Jutsu, welche sie sich als nächstes zu meistern vorgenommen hatte, wo die Oinin ihr doch beigepflichtet hatte, sie wäre nun in der Lage, auch solche Techniken anzugehen.
     
  16. Sumiya Saki

    Sumiya Saki Genin

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    Ob ihr die Antworten ihrer Teammitglieder gefielen? Um ehrlich zu sein, Saki war nicht überwältigt. Doch zum Glück sollte diese Mission nicht kämpferischer Natur sein, was bedeutete, dass es eigentlich ausreichend war, dass die anderen schwimmen konnten. Hätte hier jemand verneint, das wäre eine Katastrophe gewesen. So wie es aussah, würden Saki und Pakura wohl den Großteil des Zeichnens übernehmen, während die anderen beiden die Utensilien tragen konnten. Nicht unbedingt die Beste Anwendung ihrer Talente, aber irgendwas sollten die beiden auch tun, nur danebenstehen, während die beiden Mädchen zeichneten, konnte unter Umständen äußerst langweilig sein. Erst jetzt bemerkte Saki, dass sie selbst gar nichts gesagt hatte. In ihren Augen nicht sonderlich notwendig, aber um wenigstens etwas guten Willen zu zeigen, würde sie es wohl tun. Okay, scheint eine ganz bunte Mischung zu sein hier. Ich selbst bin ähnlich veranlagt, wie Pakura. Ich nutze Ninjutsu, aber welche des Blitzelementes, und habe mich auf medizinische Jutsus spezialisiert. Zudem bin ich mir fast sicher, warum ich für die Mission als Leiter ausgewählt worden bin. Das wäre meine weitere Spezialisierung. Ich kann Zeichnungen zum Leben erwecken und allerlei andere Dinge mit Tinte anstellen, daher sollte ich die meiste Erfahrung damit haben, etwas aufs Papier zu bannen. Mehr Erklärungen würden die anderen von Saki nicht bekommen.

    Eigentlich sollte das fürs Erste reichen, aber Pakura schob ihr, nachdem die Blauhaarige geendet hatte, eine Zeichnung in die Hand, auf der sich, gekreuzt von mehreren Linien, die Nachricht der Sumiya befand. Offensichtlich hatte sich ihr Vogel eine Zeichnung der Meteki ausgesucht, um sich zu dematerialisieren. Ein wenig unglücklich. Aber das konnte Saki jetzt auch nicht mehr ändern. Sorry Paku … Und schon nutzte sie einen Spitznamen, Respekt ließ Saki da nicht durchblicken, wenn sie nicht einmal um Erlaubnis fragte. … aber wenn die Tinte auf ein Blatt oder anderes Objekt gebannt wurde, lässt sie sich nicht mehr einfach ablösen. Die ist leider kein Sticker, den man irgendwo drauf klatscht bis es einem nicht mehr gefällt. Nächstes Mal werde ich dem Vogel genauere Anweisungen geben. Wie sehr das Pakura gefallen würde, war Saki gerade ehrlich gesagt ziemlich gleich. Sie rollte die Zeichnung der Meteki zusammen und reichte diese zurück an ihre Besitzerin. Nachdem dies geschehen ist, versuchte sie sich ein wenig zu entspannen, was aufgrund der eher unbequemen Seile schwierig war. Das würde noch eine lange Fahrt werden und sie hatte nicht vor die anderen zu bespaßen.


    Schattige Bucht
     
  17. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Chuunin

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    War heute nicht ein wunderschöner Tag? Wenn man Kenta fragte: Aber Hallo! Und das nicht mal unbedingt, weil er davor stand, eine erneute Mission zu befehligen - zwar war dieser Teil einer, der ihn zuverlässig fröhlich stimmte, aber es musste in der anderen Waagschale berücksichtigt werden, dass sie auch auf diesem Einsatz im Land des Grases wieder mit einem Shiro-Team unterwegs sein würden ... und das konnte sich unter Umständen als ganz gewaltiger Spaßkiller erweisen. Nein, was ihn wirklich frohsinnig stimmte war mehr der Umstand, dass er befördert worden war. Oh ja - oooh ja. Kenta hatte endlich bekommen was er wollte - gleich nach dem letzten Einsatz in Yuki hatte er einen wohlargumentierten Antrag eingereicht und der war, ein bisschen entgegen seiner eigenen Erwartung, umstandslos bewilligt worden! Kinzoku Kenta, Chuunin von Soragakure - sogar der alte Ieyasu hatte kurz von seiner Arbeit aufgesehen und lobend festgestellt, dass Kenta sein eigenes frühes Beförderungsalter aufgeboten hatte. Jawohl, es lief gut für Kenta - und das würde es auch weiterhin tun, indem er sich hiermit einer weiteren Mission annahm.

    Seine neugefundene Autorität hatte auch nicht dazu geführt dass der Kinzoku bei Missionsvorbereitungen weniger präzise wurde - selbst wenn er heute nur eine einzige Nase anzuführen hatte, dieser Kazegawa Toru hatte sein eigenes kleines Anschreiben bekommen:

    Kazegawa Toru,

    du wurdest ausgewählt, zusammen mit mir auf eine Mission ins Land des Grases zu ziehen. Unsere Aufgabe besteht darin, ein Waldstück zu untersuchen, in dessen Umgebung bei Dunkelheit bereits mehrere Menschen aus den umliegenden Dörfern verschwunden sein sollen. Natürlich sind deshalb bereits Gerüchte über Monster, Gespenster, oder Monstergespenster im Umlauf, handfeste Indizien wurden uns aber nicht mitgeliefert. Je nach Verlauf ist also mit einer längeren Schnitzeljagd zu rechnen.
    Ich hoffe also du magst Campingurlaub, die Mission könnte sich hinziehen. Wir haben noch Gelegenheit uns unterwegs mit ausreichend Rationen einzudecken, die restlichen Utensilien für Übernachtungen im Wald bring bitte gleich mit.

    Achja: Da die Auftraggeber ein Haufen Dorfbürgermeister sind die sich nicht einigen konnten, ist gleichzeitig ein Shiro-Team mit der selben Sache betraut.

    Wir treffen uns übermorgen um elf am Hafen, linker Rand des Hauptdocks, um viertel nach die Fähre aufs Festland zu nehmen. Ich bin der gutgelaunte Typ mit den roten Haaren.

    - Kinzoku Kenta


    Und tatsächlich - Kenta hockte auf einem der Poller am Dock und summte frohgemut vor sich hin, als der Vormittag ausnahmsweise mal ein recht laues Lüftchen über den Hafen spielen ließ. Er war in seinem üblichen, recht geschäftsmäßigen Stil gekleidet, wobei das weiße Hemd (oberste zwei Knöpfe offen) und schwarze Jackett an Kenta einfach nicht ganz formal aussehen wollten - seine notorisch unruhige Ausstrahlung verlieh dem ganzen den Anschein eines Oberschülers auf einer Abschlussfeier kurz vor dem Eklat. Neben dem Poller stand sein Reisegepäck in Rucksack und Koffer - inklusive etwas waldtauglicherer Kleidung falls ein längerer Campingausflug nötig wurde - und harrte der Dinge, die da kommen würden. Hoffentlich bald der andere Missionsteilnehmer, es war schließlich fast elf!

    @Kazegawa Toru
     
  18. Kazegawa Toru

    Kazegawa Toru Genin

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    Mit kreisenden Schultern schritt Toru die Verbindungsstraße zu den Docks hinab und sah sich in dem lautstarken Durcheinander zwischen Händlern und Touristen nach dem passenden Ort für ein vorgezogenes Mittagessen um. Zwar hatte er sich schon seit längerem vorgenommen, die hohe Kunst des Kochens zu erlernen, aber all seine bisherigen Ergebnisse auf dem Gebiet ließen Fertiggerichte und häufige Besuche beim Stehimbiss noch immer als die wesentlich bessere Alternative erscheinen. Und da viele der größeren Restaurants oben in Soragakure entweder noch geschlossen hatten oder sich sowohl geographisch wie auch finanziell weit oberhalb seines Niveaus befanden, bot der Hafen gewissermaßen einen letzten Rettungsanker. Dieser Umstand war für Toru besonders insofern deprimierend, da sich besagtes Niveau (zumindest geographisch) derzeit auf einer Höhe mit dem Meeresspiegel befand und die nächsten Tagen und Wochen diesbezüglich wohl keine großartigen Veränderungen bereithalten würden. Immerhin bestand Aussicht auf die Vergütung einer weiteren hochrangigen Mission ins Haus und machte seinen knurrenden Magen zumindest für den Moment ein klein wenig erträglicher. Wäre doch gelacht, wenn sich dieses kleine kulinarische Problem nicht gänzlich aus der Welt schaffen ließe. Wo geschäftstüchtige Fischer und Lieferanten für Nahrungsmittel jeder Art auf schwer schuftende Seeleute trafen, fand sich doch bestimmt etwas schmackhaftes für den kleinen Hunger zwischendurch. Dass der Kazegawa damit mehr oder weniger die Einstellung (und das hart umkämpfte Revier) der ortsansässigen Möwenschwärme teilte, blieb ihm bislang noch weitgehend verborgen. Gelegentliche schrille Warnschreie und verdächtig knappe Überflüge ausgenommen.

    Endlich fand er, wonach er suchte. Die verheißungsvollen Gerüche von heimischen Gewürzen und frisch zubereitetem Gemüse lotsten seine Nase zielsicher zu einer geöffnete Ladentheke, aus der es ordentlich Zischte und Dampfschwaden waberte. Schwächlich flackernde Papierlaternen über zwei dem Seewind ausgesetzten Aufstellern mit dem unverschämt günstigen Tagesangebot der kleinen Suppenküche fingen schnell die ungeteilte Aufmerksamkeit des hungrigen jungen Mannes ein.

    Während Toru so an der Ecke stand und sich mit Appetit über eine dampfende Schüssel Kenchin-jiru her machte, rief er sich noch einmal dienstbeflissen den Inhalt der Nachricht seines baldigen Vorgesetzten in Erinnerung. Obwohl ihm der Name selbst nicht viel sagte, hatte Toru herausgefunden, dass es sich bei Kinzoku Kenta um einen erst vor kurzem beförderten Chuunin handelte, nach eigenen Angaben rothaarig und quietschfidel, was angesichts der steilen Karriere kaum verwunderte. Noch dazu war er wohl einige Jahre jünger als der Kazegawa, der nur hoffen konnte, dass sich sein Großvater über die aktuellen Entwicklungen nicht ebenso eifrig auf dem laufenden hielt wie sein Enkelsohn.

    Gemächlich auf einem halbgaren Brocken Tofu kauend, entschied sich der Enkel dafür, die Sorgen um Opas Meinung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Bis dahin gab es wichtigere Dinge, über die er sich den Kopf zerbrechen konnte. Wie war das noch mit dem Reisegepäck? Der Kinzoku hatte etwas von Campingurlaub geschrieben, was die Angelausrüstung nebst Tarnzelt, Schlafsack, Thermounterwäsche, Bügelbrett und -eisen eindeutig rechtfertigte. Sein alter, schwarzweiß karierter Anorak aus Schulzeiten (der ihm noch immer einigermaßen passte) erweiterte die üblichen Bestandteile seiner Ausgehuniform um eine wetterfeste Komponente, formschön und platzsparend um den Stiel seiner Streitaxt gewickelt. Alles in allem war er also bestens gewappnet für den anstehenden Ausflug ins Grasland. Den Abschnitt über Gespenster und Monster hatte er allerdings nicht so ganz verstanden.

    “Was sind denn bitteschön Monstergespenster?”

    Zugegeben, der Begriff ließ ein vages Bild von aufgedunsenen grünen Riesen mit Tintenfischköpfen vor seinem geistigen Auge erscheinen. Aber inmitten eines Waldgebietes schien diese Vorstellung doch eher abwegig? Toru vertraute einfach mal darauf, dass auch dieses Problem im Zweifelsfall durch gezielten Einsatz unaufhaltsamer Gewalt zu lösen war. Damit schlürfte er den Rest seiner Suppe aus, bezahlte seine Mahlzeit und ging dem vereinbarten Treffpunkt an der Fähre entgegen. Mit den geregelten Zwischenmahlzeiten war damit wohl auch erstmal Schluss, abgesehen von den bereits verpackten Rationen und Snacks. Zwar hatte in dem Brief etwas anderes gestanden, aber der Kazegawa sorgte lieber vor.

    Die Ausmaße seines prall gefüllten Wanderrucksacks machten seinen Weg allerdings weitaus komplizierter als gedacht, denn für gewöhnlich zog seine ungewöhnlich Waffe die Aufmerksamkeit besonders nahestehender Passanten auf sich und hielt sie auf Abstand. Da diese jedoch weitgehend unter anderen Sachen verborgen war, ging ihm dieser Vorteil derzeit flöten. Dennoch hatte Toru nicht vor, durch eine der wichtigsten Mahlzeiten des Tages zu spät zum Antritt seiner Mission zu kommen. Missionen von entsprechendem Rang hatten schließlich einen gewissen Ruf. Selbst erfahrene Genin konnten dabei zu Schaden kommen oder unter Umständen ihr Leben verlieren. Auch wenn er es für gewöhnlich eher vorzog, ein Probleme für andere Leute darzustellen, machte sich Toru im Moment mehr Sorgen um die unter Umständen bevorstehende Zusammenarbeit mit der Konkurrenz.

    “Shiro...”

    Wer war bloß auf die abwegige Idee gekommen, gleich zwei Großmächte wegen etwas so Banalem wie einer Monstergespensterinvasion einzuschalten? Diese Bürgermeister hatten ganz offenbar nicht den Hauch einer Ahnung von Realpolitik! Hatte sicherlich irgend etwas mit lange zurückliegenden Ereignissen zu tun oder schlimmer noch mit irgendwas Geschichtlichem. Der Gedanke allein ließ einen kalten Schauder über seinen Rücken wandern. In theoretischen Dingen war Toru noch nie eine besondere Leuchte gewesen und diese kleine Lernschwäche ließ auch bei dem Wissen um historische Wendepunkte in der langen und ehrwürdigen Geschichte seiner politischen Umwelt keine Ausnahmen gelten. Das hieß, abgesehen von einigen unglücklichen Zeitungsartikeln der letzten Woche, die jedoch mehr mit einem glorifizierten Sportereignis zu tun hatten. Zumindest hatte Toru es so verstanden? Irgendwas würde wohl dahinter stecken.

    “Noch nicht... zu spät… urgh.”

    Und schon bereute er seine Entscheidung, vor Antritt seines Dienstes noch etwas gegessen zu haben. Glücklicherweise musste der Kazegawa es nicht ganz allein mit der Delegation der Gegenseite aufnehmen. Die Dorfverwaltung machte sonst auch einen guten Job und stellte ihn jemandem zur Seite, der sich besser auf solch langweilige Sachen wie Geschichte und Diplomatie verstand. Es gab also durchaus noch Hoffnung - auch weil Toru nun endlich einen angemessen offiziell gekleideten Rotschopf an der ausgemachten Stelle zu erkennen glaubte. Jetzt aber höchste Eisenbahn! Der Kazegawa fuhr die Ellbogen aus und bahnte sich, drängelnd, schubsend und schiebend einen direkten Weg zum Dock.

    “Ohayô, Kinzoku-sama. Kazegawa Toru meldet sich zum Dienst!”
     
  19. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Chuunin

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    Kenta machte seinen heutigen Begleiter etwa zwei Minuten vorher inmitten der wuseligen Betriebsamkeit des Hauptdocks aus - einfach weil er zur Bewältigung der Menschenmassen die konfrontative Strategie gewählt hatte und diese Häufung an "Argh!" "Hngh!" und "PASSDOCHAUF!!" grundsätzlich für einen Ninja sprach, der sich gerade durch die Masse pflügte. Sprach ja schonmal für einen proaktiven Stil in der Problemlösung, hm? Jedenfalls wenn man wie Kenta bereit war Mitmenschen als Probleme einzustufen. Als die Person dann letztlich aus dem Gewusel freibrach und sichtbar wurde, grinste der Kinzoku kurz - na schau an. Da würden sie schonmal einen stilkoordinierten Auftritt hinlegen, wenn sie der anderen Fraktion begegneten! "Konbanwa, Kazegawa-kohai." Ging das nicht wunderbar von der Zunge? Kenta nickte wohlwollend, bevor er von seinem erhabenen Platz auf dem Poller glitt. Es war nicht so dass man sich allein mit der richtigen Kleidung bei ihm liebkind machte, aber Toru schien das eher als Tic oder persönlichen Stil zu betreiben und nicht weil er ein wackeliges Ego unterfüttern musste - aber das würden sie alles noch sehen wenn es los ging. Hoffentlich passierte auch wirklich was. Nichts über ein bisschen Gefahr um zu schauen aus welcher Legierung die Mitmenschen nun gegossen waren - und ob sie überhaupt unter die Metalle einzuordnen waren oder doch eher aus nassen Gips bestanden ...

    "Dann würde ich mal sagen wir gehen an Bord. Die Überfahrt wird noch lang genug dauern um die wichtigen Dinge im Voraus zu klären."
    Beschied er, und führte den Marsch an Deck der Fähre an. Soragakure verließ man schließlich grundsätzlich per Schiff - zumindestens so lange bis irgendjemand mal auf die Idee kam von der fliegenden Stadt eine große Seilbahn zum Festland aufzuziehen um die ganzen Fahrtkosten zu sparen. Er schlenderte über das Hauptdeck der diesmal sogar recht vorzeigbaren Fähre und steuerte weiter in die Kabine - schick und nicht gar so klaustrophobisch wie üblich, aber für zwei, endlos wollte er das Nebenkostenbudget dieser Mission auch nicht überstrapazieren. "Wir müssen ein gutes Stück Kiri und offenes Meer überwinden, wird wohl bis morgen früh dauern." Stellte er zum Fahrplan fest, und packte seinen Koffer in das vorgesehene Fach, ehe er auf einem der Stühle um den kleinen festgeschraubten Tisch des Raums Platz nahm. "Über die Mission kann ich dir nicht viel mehr Information anbieten als wir bisher schon bekommen haben - aber ich eine Sache würd ich gern vorab festlegen. Falls wir nicht zufällig vor Ort in das Shiroteam reinlatschen werden sie uns vermutlich in diesem Wald über den Weg laufen. Falls sie nicht den Kampf eröffnen würde ich gern auf offene Feindseligkeiten verzichten." Nanu, solche Töne von Kenta? Klar, denn er hatte ja Hintergedanken. "Da das Gebiet recht groß zu sein scheint kommen wir schneller voran wenn wir bei einer Auskundschaftung halbe halbe machen. Falls es sich dann um ein echtes Problem handelt rufen die sich schon uns als Verstärkung bevor sie sich draufstürzen - und falls es nur ein paar Schüler mit Masken sind können sie das von mir aus gern alleine regeln." Soweit Kentas Fahrplan bis hier - trotz der hohen Einstufung glaubte er noch nicht ganz, dass es sich um ein echtes Problem handelte, dafür würde er gern erstmal ne Leiche sehen oder wenigstens ein Monster.

    Und ansonsten? "Tja. Und bis wir da sind könntest du mir ja schonmal erzählen was du so an Fähigkeiten mitbringst. Dann weiß ich wenigstens, womit ich so planen kann." Toru war tatsächlich eine bisher unbekannte Größe - er war ein wenig älter als Kenta, so viel hatte er mitbekommen, also hatten sie sich wohl verpasst. Aber jetzt hatten sie ja ein bisschen Zeit sich kennenzulernen.
     
  20. Kazegawa Toru

    Kazegawa Toru Genin

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    Angesichts des formellen Flairs schloss sich der gegenseitigen Begrüßung noch eine höfliche Verbeugung an, die sich durch die nicht unerhebliche Last seines Gepäckstückes in die Länge zog. Einmal vornüber gebeugt, musste der Kazegawa noch ein wenig mehr Körpereinsatz zeigen, um sich mitsamt des ganzen Krimskrams auf dem Buckel wieder kerzengerade aufzurichten. Dem dezenten Geschepper folgte ein kurzer Moment betretenen Schweigens, bis sich Toru schließlich überwand und dem neuen Boss an Bord folgte. Wie sich schnell herausstellte, war die Fähre sogar recht ansehnlich für ein besseres Wassertaxi.

    Passagiere eilten zu ihren Kabinen und einige der besonders Abgebrühten bewältigten die Stufen hinauf zum Aussichtsdeck. Stationen entlang der üblichen Fahrtroute schienen beliebter denn je zu sein. Die letzten Passagen fanden allem Anschein nach reißenden Absatz, sofern die rasch wachsende Menschentraube am Steg sich nicht doch noch als Kult herausstellen sollte. Wer sich anschickte, seinen Ausflug in das Wasserreich auf den allerletzten Drücker zu planen, hatte hier ganz offensichtlich schlechte Karten. Oder ausreichend Sitzfleisch, da wie Toru im vorbeigehen erkannte, einige der hoffnungsvollen Reisenden rein äußerlich den Anschein erweckten, als hätten sie sich bereits den ganzen Morgen über entlang der Hafenkante herumgedrückt. Anfangs vermutete er hinter diesem leicht befremdlichen Vorgehen eine durchaus valide Strategie. Immerhin wollten auch die Betreiber der Fährdienste auf bestmöglichem Wege ihre Kosten decken. Mehr verkaufte Karten führten zu weniger leeren Plätzen, soweit reichten Torus betriebswirtschaftlichen Kenntnisse gerade noch. Andererseit… wer Zeit genug fand, einen halben Tag und länger zu warten, nur um sich einen Stehplatz möglichst weit vorn in der Menge zu sichern, konnte das Ganze doch auch einfacher haben und gleich im Voraus reservieren? Nach sorgfältiger Überlegung entpuppte sich stures Warten also doch keine so valide Strategie. Zudem wurde der Kapitän bei Antritt seiner letzten Überfahrt stinkig, als der Kazegawa nach deutlichen Verzögerungen angefangen hatte, auch noch nach einem Rabatt für seinen in letzter Minute ergatterten Stehplatz an der Reling zu fragen...

    Er machte sich einen Vermerk für zukünftige Reisevorbereitungen und schob das kleine Büchlein anschließend zurück in seine Brusttasche. Mit seinem restlichen Gepäck gab es da schon mehr Probleme. Während er Kentas Beschreibung ihrer Reiseroute und -dauer zuhörte, erinnerte sich Toru daran, dass er entgegen aller Einwände tatsächlich eine Art von Ninja war und entrollte eine Siegelrolle auf dem Boden vor ihrer Kabine. Mit deren Hilfe löste sich seine Streitaxt buchstäblich vor den Augen der Mitreisenden und Schiffer in Luft auf. Nonchalant rollte er das Schriftstück wieder auf und verkeilte den (nun um ein gutes Stück erleichterten) Rucksack größtenteils im Gepäckfach. Tief durchatmend ließ er sich auf dem Sitzplatz gegenüber Kenta nieder.

    ”Also erstmal abwarten, ob die uns zuerst abmurksen wollen? Meinetwegen.”

    Er zuckte mit den Schultern und richtete seinen Blick nachdenklich aus dem Fenster. Hinter fettigen Finger-, Wangen- und Nasenabdrücken ließen sich mit sehr viel Fantasie sogar schon ferne Umrisse ausmachen.

    “Hoffentlich halten sie in dem Fall nicht uns für die Übeltäter. Bin zwar persönlich noch keinen Kollegen aus Shiro begegnet, aber vielleicht erzählen die sich dort irgendwelche Schauergeschichten oder sowas. Besser wir signalisieren unsere friedlichen Absichten eindeutig. Irgendwas im Sinne von: Hey Leute, keine Panik, wir sind nur zwei unbescholtene Attentä-”

    Unüberhörbar gekünsteltes Husten unterbrach seinen Gedankenfluss für einen kurzen Augenblick. Beinahe wäre ihm ein Brocken aus der alten, längst überholten und aktuell nicht länger politisch korrekten Terminologie in den ausgetüftelten Wortschwall gerutscht. Zum Glück war die geschliffene Ausdrucksweise des eloquenten Kazegawa an Subtilität kaum zu übertreffen.

    “Verzeihung, hatte ein Stück Gemüse im Hals. Was ich damit eigentlich sagen wollte: Ich habe leider keine weißen Taschentücher zur Hand.”

    Zutreffenderweise musste gesagt werden, dass Toru während dieser Reise nicht ein einziges Taschentuch mit sich führte, egal ob weiß oder sonstwas. Im Wald gab es sicherlich mehr als genügend Blätter. Für den Fall, dass einem mal die Nase jucken sollte.
    Der (ein leichter Schauer überzog den Kazegawa) Plan des Chuunin erntete überraschenderweise nicht mehr und nicht weniger als zustimmendes Nicken. Einfach und leicht im Kopf zu behalten. Das gefiel ihm. Die Aussicht, dass sich das Pensum ihrer Aufgaben vor Ort damit zumindest halbieren könnte, machte ebenfalls gute Laune.

    ”Gut. Geteiltes Leid ist die halbe Miete. Und wenn’s doch zur Sache geht, gibt’s saures. Darin bin ich übrigens ganz gut, wenn ich das sagen darf. Ich würde dir meine Axt zeigen, aber das ist momentan... eher ungünstig. Stauraum und so. Mit meinen Chakren habe ich nicht ganz so viel Erfahrung. Also bisher. Und ohne festen Boden unter den Füßen.”

    Tatsächlich war Toru dieses spezielle Thema immer ein bisschen peinlich. Erdhäufchen in der Gegend herum zu schubsen machte keine gute Figur, besonders neben turmhohen Wasserdrachen und weltverändernden Illusionen.
     
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